„Verdächtige Umstände“

Wieder Alarm! Umspannwerk in Deutschland umstellt

Ausland
04.09.2026 08:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Erneut gibt es in Deutschland Alarm wegen eines Vorfalles an der kritischen Infrastruktur. Bei einem Umspannwerk in Niedersachsen läuft ein Einsatz. Unterdessen geht die Polizei bei einem Umspannwerk in Nordrhein-Westfalen von Sabotage aus. Es gibt ein Bekennerschreiben.

Einsatzkräfte haben die Anlage in Ganderkesee im Landkreis Oldenburg weiträumig abgesperrt, wie die „Bild“ berichtet. Über dem Gelände kreiste Freitagfrüh ein Polizeihubschrauber.

Vieles noch unklar
Unklar ist noch, was den Alarm ausgelöst hat. Die Polizei spricht lediglich von „verdächtigen Umständen“. Ob ein Schaden entstanden ist, ist auch noch nicht bekannt, es kam laut Polizeiangaben aber nicht zu einem Brand. Auch das Technische Hilfswerk ist vor Ort.

Vorfälle häufen sich
In den vergangenen Tagen war es an mehreren Umspannwerken in Deutschland zu Vorfällen gekommen, bei denen Sabotage vermutet wird. So geht die Polizei von einem Sabotagedelikt bei einem Werk in Dormagen zwischen Köln und Düsseldorf in Nordrhein-Westfaheln aus. Dort wurde ein verdächtiger Gegenstand gefunden.

„Verdächtige Abschussvorrichtung“
Möglicherweise handelt es sich um eine „verdächtige Abschussvorrichtung“, sagte ein Sprecher der Polizei Köln der Deutschen Presse-Agentur. Zudem liege den Ermittlern ein Bekennerschreiben vor, in dem auch andere – schon öffentlich bekannte - Verdachtsfälle in Nordrhein-Westfalen und Brandenburg erwähnt seien, so der Sprecher.

Kurzschluss ausgelöst
Die Polizei überprüft an weiteren Umspannwerken in umliegenden Regionen, ob dort ebenfalls verdächtige Gegenstände platziert worden seien. Momentan wurden mit Ausnahme des Umspannwerks in Bergheim bei Köln keine Schäden festgestellt. Am Dienstag war es dort zu einer Attacke gekommen. Nach Behördenangaben waren Kabel über die Oberleitung gebracht worden, wodurch es zu einem Kurzschluss kam. Im Nachhinein wurden mehrere Abschussvorrichtungen entdeckt.

Ein Polizeiauto am Umspannwerk Turnow-Preilack: Nach der Sabotage am Stromnetz in Südbrandenburg ...
Ein Polizeiauto am Umspannwerk Turnow-Preilack: Nach der Sabotage am Stromnetz in Südbrandenburg wird die großräumige Durchsuchung weitergeführt.(Bild: APA/dpa/Frank Hammerschmidt)

Selbstgebastelte Flugkörper
Einen ähnlichen Vorfall hatte es kurz zuvor in Südbrandenburg gegeben. Dort war am Dienstagmorgen nahe dem Kraftwerk Jänschwalde mit Hilfe selbst gebauter Flugkörper, die Silvesterraketen ähnelten, leitfähiges Material in Richtung der Höchstspannungsleitungen gelenkt worden. Mehr als ein Dutzend Vorrichtungen zu diesem Zweck wurden gefunden. Zu einem Stromausfall kam es laut Netzbetreiber nicht. Die Ermittler gehen von verfassungsfeindlicher Sabotage aus.

„Unermessliches Leid“ als Motiv?
Die „taz“ berichtete am Donnerstagabend, sie habe ein Bekennerschreiben zu dem Vorfall in Brandenburg erhalten, das laut Poststempel in Nordrhein-Westfalen abgeschickt worden sei. Nach Angaben der Zeitung stellt sich der Absender als Einzeltäter dar, der die verwendeten Selbstbauraketen im Detail beschreibt und als Motiv auf „unermessliches Leid“ verweist, das die Nutzung fossiler Brennstoffe verursache. Die „taz“ wies nach umfassender Recherche ausdrücklich darauf hin, dass nicht zweifelsfrei geklärt werden könne, ob der Verfasser des Schreibens auch der Täter sei.

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