50.000 Jobs weg

VW-Aufsichtsrat beschließt Sparmaßnahmen

Wirtschaft
03.09.2026 21:08

Der Volkswagen-Aufsichtsrat hat dem Sanierungsplan des Vorstands überraschend zugestimmt. Die Abstimmung sei einstimmig erfolgt, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach einer Sitzung des Präsidiums mit. 50.000 Jobs werden eingespart, bestätigte der Konzern, der von einer „Anpassungen der Personalkapazitäten“ sprach. 

Der Zukunftsplan schaffe die Voraussetzungen, um den Volkswagen-Konzern und seine Marken leistungsfähiger, wettbewerbsstärker und zukunftsorientierter aufzustellen, hieß es in der Konzernmitteilung.

Die Umsetzung des Zukunftsplans sei nach Auffassung des Vorstands und des Aufsichtsrats zwingend erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit des Volkswagen-Konzerns zu erhalten und für die Zukunft nachhaltig zu sichern.

50.000 Jobs fallen weg
Zuvor hatte die „Bild“ aus dem vorliegenden Beschluss zitiert, welcher unter anderem bis zu 60.000 Stellen – inklusive des Managements – zur Disposition stellt. Beginnen will man mit rund 47.000 Jobs weltweit, auch Werke in Europa werden betroffen sein. Die Restrukturierung soll laut dem Entwurf mindestens 6,6 Milliarden Euro, im Extremfall bis zu zehn Milliarden Euro kosten.

In der offiziellen Mitteilung sprach Volkswagen von 50.000 Jobs, die weltweit wegfallen sollen. Dies sei notwendig, um die Ziele des Transformationsprogramms zu erreichen, hieß es: „Angesichts des zunehmenden globalen Wettbewerbsdrucks, veränderter Nachfragestrukturen und des technologischen Wandels in der Automobilindustrie ist eine konsequente Anpassung der Personalkapazitäten an die wirtschaftliche Realität unabdingbar.“

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Bereits angestoßene Maßnahmen werden konsequent fortgeführt, die weiteren Schritte jetzt unmittelbar eingeleitet.

Aus der Konzernmitteilung. VW drückt aufs Gas. 

Noch keine Stellungnahme zu Seat-Aus
Zu der kolportierten Einstellung der Marke Seat gibt es weiter keine offizielle Stellungnahme, vermutlich soll darüber erst am Freitag abgestimmt werden. Die „Wirtschaftswoche“ hatte am Donnerstag unter Berufung auf den Vorstandsbeschluss berichtet, dass Seat nicht mehr als Bestandteil des Zielbilds 2030 geführt werde und die Marke 2029 auslaufen soll.

Ausbauen will man das Nordamerika- und China-Geschäft, wie VW mitteilte: „In Nordamerika konzentriert sich der Volkswagen Konzern künftig auf die profitabelsten Segmente. Das China-Geschäft passt der Konzern an die veränderte Erwartung an das Gesamtwachstum des chinesischen Automobilmarkts an und baut das Exportgeschäft in Richtung globaler Süden aus.“

Vier Werke bangen um Zukunft
Weiter ungewiss ist auch die Zukunft mehrerer deutscher Werke. Die Produktion auslaufen soll laut Vorstand in Emden und Zwickau im Jahr 2031, im Nutzfahrzeugwerk Hannover 2032 und im Audi-Werk Neckarsulm 2034. Der Konzern dazu am Donnerstagabend: „Für die Standorte Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm kann keine wettbewerbsfähige Folgebelegung gestaffelt ab den Jahren 2031 bis 2034 gewährleistet werden.“ Für diese Werke würden „alternative Verwendungsmöglichkeiten geprüft“. Dieser Plan stieß zuletzt auf heftigen Widerspruch aus der Politik und von Arbeitnehmervertreterinnen und -vertretern.

Deutsche befürworten politische Hilfe
Der Volkswagen-Konzern, zu dem auch Porsche, Audi und Skoda, gehören gehört zu den größten Arbeitgebern Deutschlands, er beschäftigt landesweit gut 298.000 Mitarbeiter. Laut einer Umfrage des ARD-Deutschlandtrends befürworten daher viele Deutsche auch politische Hilfe für die angeschlagenen Automobilkonzerne.

Anhänger aller politischen Parteien sind laut dem am Donnerstag veröffentlichten Ergebnissen mehrheitlich dafür, dass die E-Autoförderung auf in Europa produzierte Autos beschränkt wird – um so die Billigkonkurrenz aus China auszubremsen. 62 Prozent wollen generell politische Hilfe für die Hersteller, um Arbeitsplätze und Produktion in Deutschland zu halten.

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