Die größte Mautstation Österreichs in Schönberg (Tirol) soll modernisiert werden: Neos und Bürgerinitiative fordern aber ein „Aus für das Monster“, das in Zeiten der Digitalisierung völlig überflüssig geworden sei. Zudem sollten Pläne eines Tunnels geprüft werden, um den Ort vom Verkehr zu entlasten. Diese geistern schon seit den 1980er-Jahren herum.
Die Hauptmautstelle Schönberg ist mit insgesamt 22 Fahrspuren und rund 14 Millionen Fahrzeugen jährlich eine der meistfrequentierten Österreichs. Die Besonderheit liegt nicht nur an der schieren Größe, sondern auch an der Lage direkt neben dem Ort Schönberg. Die Brennerautobahn führt in einer Linkskurve um den Ort herum, eine weitere Mautstation liegt mittendrin.
Tunnel soll Schönberg entlasten
„Seit Jahrzehnten befindet sich Schönberg im Würgegriff der Autobahnschlange“, konstatierten Neos-Landeschefin Birgit Obermüller und Manfred Kerber, Obmann der Bürgerinitiative „Lebensqualität für Schönberg“. Gemeinsam fordern sie einen „Rückbau der Monstermautstelle“ und eine Tunnellösung, um den Ort zu entlasten.
Mit zunehmender Digitalisierung der Maut muss geprüft werden, ob eine großflächige Mautanlage in ihrer bisherigen Dimension noch zeitgemäß ist.
Neos-Landeschefin Birgit Obermüller
Gesamthafte Prüfung der Abschnitte
Tatsächlich plant Autobahnbetreiber Asfinag eine Modernisierung der in den 1960er-Jahren errichteten Mautstelle. Dabei soll die Zahl der Spuren von 22 auf 19 reduziert und die digitale Erfassung der Fahrzeuge forciert werden. Neos und Bürgerinitiative glauben, dass Mautstationen in herkömmlicher Form überhaupt bald überflüssig werden. Deshalb fordern sie eine gesamthafte Betrachtung von der Europabrücke bis zum Brenner.
„Entlastungswirkung muss Kriterium sein“
„Bevor Milliarden Euro in die Erneuerung des Bestandes fließen, erwarte ich mir, dass Alternativen seriös geprüft und miteinander verglichen werden“, so Obermüller. Dabei müsse neben Baukosten und Machbarkeit die Entlastungswirkung für die Bevölkerung ein wesentliches Entscheidungskriterium sein.
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