Der Schulbeginn wird vom Trend zu mehr Gewalt und Disziplinlosigkeit im vergangenen Unterrichtsjahr überschattet. Die Zahl der Suspendierungen stieg in Niederösterreich um mehr als ein Viertel an.
Wenn mehr als 18.000 Mädchen und Buben im weiten Land am kommenden Montag erstmals die Schulbank drücken, werden bei ihnen wohl Freude und spannende Erwartung überwiegen. Doch im Laufe der Jahre verflüchtigt sich diese positive Einstellung offenbar bei einigen der insgesamt knapp 210.000 Schülerinnen und Schülern im größten Bundesland. Und zwar bei immer mehr.
Das „Miteinander“ lernen
Das zeigen aktuelle Zahlen, die Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister und Bildungsdirektor Karl Fritthum am Mittwoch vorlegten. So wurden an heimischen Schulen im vorigen Unterrichtsjahr 78 Fälle von Drohungen registriert – um fast 22 Prozent mehr als im Jahr davor. 204 Schüler mussten zeitweise vom Unterricht suspendiert werden – das ist ein Anstieg von sogar 28,3 Prozent.
„Daher wird heuer an den Schulen ein besonderer Schwerpunkt auf Gewaltschutz und respektvolles Miteinander gelegt“, kündigen Teschl-Hofmeister und Fritthum an.
Weg zurück in die Schule
Neu ist in diesem Schuljahr eine Suspendierungsbegleitung von acht bis 20 Stunden pro Woche. „Sie erfolgt meist am Schulstandort durch zwei Lehrpersonen mit Unterstützung der Schulpsychologie“, heißt es. Das soll die geregelte Rückkehr der Betroffenen in den Schulalltag ermöglichen. „Unsere Schulen sind auf Krisensituationen heute besser vorbereitet“, ist Fritthum überzeugt.
Kein Lehrer-Mangel
Die Daten fürs neue Schuljahr zeigen, dass sich mit 63,5 Prozent wieder mehr Volksschulabgänger für die Mittelschule anstatt fürs Gymnasium entschieden haben. „Das freut mich, weil die Mittelschulen eine wertvolle Säule unseres Bildungssystems sind“, betont Teschl-Hofmeister. Und auch Lehrkräfte gibt es genug: „Alle offenen Stellen konnten besetzt werden“, erklärt der Bildungsdirektor: „Es gab doppelt so viele Bewerbungen, wie ausgeschrieben Posten.“
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