Eröffnung am 1. Jänner

Land streicht Förderung, Orden rettet Jugendheim

Niederösterreich
02.09.2026 13:30
Porträt von Niederösterreich-Krone
Von Niederösterreich-Krone

Aufatmen in Amstetten: Der Salesianer-Orden rettet jetzt das Don-Bosco-Jugendzentrum. Pikantes politisches Detail: Die schwarz-blaue Landesregierung war dazu nicht bereit.

Ein Stein vom Herzen fällt wohl vielen Jugendarbeitern jetzt in Amstetten: Das Don-Bosco-Jugendzentrum wird am 1. Jänner 2027 wieder seine Pforten öffnen. Der Orden der Salesianer Don Boscos unter dem neuen Provinzial P. Peter Rinderer hat sich dazu entschlossen, den Betrieb aus eigenen Stücken und ohne die gestrichene Landesförderung wieder aufzunehmen.

Start am 1. Jänner 2027
Dominic Hörlezeder, er ist Landtagsabgeordneter für die Grünen und Gemeinderat in Amstetten, ist das ein Grund zur Freude, aber auch für Kritik an der Landespolitik: „Zuerst möchte ich dem Orden der Salesianer meinen tiefsten Dank aussprechen. Dass das ‘JA Don Bosco‘ im Jänner wieder aufsperrt, ist eine fantastische Nachricht für unsere Jugend und ein Beweis für die echte soziale Verantwortung der Kirche. Es ist gut, dass sich in den letzten Wochen auch die Stadtpolitik für Notfallpläne eingesetzt hat. Wenn es um unsere Jugendlichen geht, ist Zusammenhalt gefragt.“

Kritik: „Kulturkampf auf dem Rücken der Jugend“

Scharfe Kritik übt Hörlezeder jedoch an der Landesregierung. Dass ein privater Orden nun in die Bresche springen muss, um die Basis-Jugendarbeit in der Region zu retten. „Das ist ein beispielloses politisches Armutszeugnis für das Land Niederösterreich.“ Der Hintergrund:  Das Don-Bosco-Heim musste Ende Juli nur deshalb seine Getränke- und Snackvorräte an die Jugendlichen verschenken und schließen, weil die schwarz-blaue Landesregierung eine weitere Finanzierung ausgeschlossen hat.

Hörlezeder: „Es ist unfassbar: Ein FPÖ-Landesrat streicht 50.000 Euro, was 40 Prozent des Jahresbudgets bedeutet, als Racheaktion wegen eines Aufklärungsworkshops und einer Regenbogenfahne. Da wird ein ideologischer Kulturkampf auf dem Rücken von Jugendlichen ausgetragen. Dass die ÖVP auf Landesebene unter Johanna Mikl-Leitner bei diesem Kahlschlag einfach zusieht, macht sie zur stillen Komplizin.“

Hörlezeder sieht aber auch weiterhin die Landespolitik am Zug: „Die Landesregierung ist und bleibt in der Pflicht, Jugendarbeit strukturell abzusichern. Ich werde im Landtag weiterhin ganz genau hinschauen und jene in die Pflicht nehmen, die für diese Eskalation gesorgt haben. Für heute überwiegt aber die Freude.“

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