Vorzeitiges Aus

Noch vor 60-Jahr-Feier: Jugendzentrum schließt

Niederösterreich
31.07.2026 17:00

Die Hoffnung auf einen Weiterbetrieb bis zum 60-jährigen Jubiläum hat sich zerschlagen: Das traditionsreiche Jugendzentrum Don Bosco in Amstetten musste bereits jetzt seine Türen schließen. Dennoch gibt es noch Hoffnung auf einen Neustart.

Es wäre ohnehin ein Jubiläum mit bitterem Beigeschmack geworden. Doch selbst dazu kommt es nicht mehr: Das Jugendzentrum Don Bosco in Amstetten hat bereits am vergangenen Wochenende seine Türen geschlossen. Die geplante Feier zum 60-jährigen Bestehen im September fällt damit aus.

Betreuerteam ohne Job
Nach dem Wegfall der Landesförderung in Höhe von 50.000 Euro gingen dem Sozialwerk Don Bosco als Betreiber die finanziellen Mittel aus. Die als ältestes Jugendzentrum Niederösterreichs geltende Einrichtung musste deshalb früher als ursprünglich erwartet den Betrieb einstellen. Auch das dreiköpfige Betreuungsteam verlor seine Arbeitsplätze. Bereits zuvor waren die Öffnungszeiten schrittweise reduziert worden.

Fast 60 Jahre lang war das Jugendzentrum Don Bosco ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche in ...
Fast 60 Jahre lang war das Jugendzentrum Don Bosco ein beliebter Treffpunkt für Jugendliche in Amstetten.(Bild: Sozialwerk Don Bosco)

Die Schließung ist der vorläufige Höhepunkt eines monatelangen politischen Streits. Das Land Niederösterreich hatte die langjährige Förderung gestrichen und dies zunächst mit Sparmaßnahmen begründet. Später kritisierte der zuständige FPÖ-Landesrat Martin Antauer unter anderem auch „links-woke“ Inhalte des Jugendzentrums. Die Entscheidung hatte parteiübergreifend heftige Diskussionen ausgelöst und Resolutionen sowie Debatten bis in den Landtag nach sich gezogen.

„Bestehende Einrichtung wurde geopfert“
Kritik kommt nach der Schließung erneut von den Grünen. Der Amstettner Landtagsabgeordnete Dominic Hörlezeder spricht von einem „politischen Versagen auf ganzer Linie“. Man habe eine seit Jahrzehnten bestehende Einrichtung „auf dem Altar parteipolitischen Kalküls geopfert“.

Ganz aufgegeben ist das Jugendzentrum aber noch nicht. „Wir treten im Sommer noch einmal mit dem Land in Kontakt“, sagt Sozialwerk-Geschäftsführerin Regina Schmid zur „Krone“. Gelingt es, die fehlenden 50.000 Euro an Förderung doch noch aufzustellen, hat die Stadt die Fortführung ihrer finanziellen Unterstützung weiter zugesagt. Dann könnte das Jugendzentrum im kommenden Jahr wieder öffnen. Weil auch die Stadt budgetär planen muss, hofft man auf eine Lösung bis Herbstbeginn.

Allzu optimistisch ist Schmid allerdings nicht. Eine persönliche Aussprache mit Landesrat Antauer habe es bislang nämlich nicht gegeben. „Wir sind schon im Vorzimmer gescheitert“, sagt sie.

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