Flughafen Leipzig

Drohnen-Attacke: Berlin beschuldigt wohl Kreml

Deutschland
29.08.2026 17:08
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die deutsche Regierung sieht wohl Russland hinter der Drohnen-Attacke in Leipzig. Medienberichten zufolge plane Berlin, in den kommenden Tagen Moskau offiziell für den versuchten Sprengstoffdrohnenanschlag von Anfang August verantwortlich zu machen. Zeitgleich sollen „umfangreiche“ Maßnahmen angekündigt werden.

Bei den Maßnahmen gehe es um eine Kombination von direkten Maßnahmen Deutschlands und neuer EU-Sanktionen. Das berichteten die „Welt am Sonntag“ und das Portal Politico am Samstag unter Verweis auf „drei mit dem Vorgang vertraute Personen“.

Ankündigung wohl Anfang kommender Woche
Die Ankündigung sei für Anfang kommender Woche parallel zum EU-Außenministertreffen in Irland am Dienstag geplant. Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz könnte die Entscheidung demnach aber auch vorziehen.

Einsatzkräfte am Flughafen Leipzig-Halle nach dem Drohnen-Alarm.
Einsatzkräfte am Flughafen Leipzig-Halle nach dem Drohnen-Alarm.(Bild: AFP/NEWS5)

Mit Sprengstoff beladene Drohne gefunden
Am Abend des 4. August war am Flughafen Leipzig eine mit Sprengstoff beladene Drohne entdeckt worden. In ihrer Nähe befanden sich mehrere ukrainische Frachtflugzeuge. Der Flughafen Leipzig gilt als Umschlagplatz für militärische Hilfslieferungen für die Ukraine im Abwehrkrieg gegen Russland. Berichten zufolge wurden in Leipzig mehrere Drohnen eingesetzt.

Öffentliche Beschuldigung steht bevor
Merz hatte am Donnerstag in einem RTL-Interview gesagt, seine Regierung werde die Verantwortlichen des Vorfalls in Kürze benennen. Der deutsche Innenminister Alexander Dobrindt hat bisher nur von „fremden Mächten“ gesprochen. Ein Regierungssprecher sagte in Reaktion auf die Medienberichte am Samstag: „Die Bundesregierung beteiligt sich nicht an Spekulationen. Relevant ist allein die offizielle Zuordnung, die die Bundesregierung nach eigenem Ermessen und unter Abwägung aller Ermittlungsergebnisse vornimmt.“

Kreml sieht Beziehungen zu Europa bedroht
Der Kreml ließ indes durch seinen Sprecher Dmitri Peskow wissen, man sehe keine Aussicht auf verbesserte Beziehungen zur Europäischen Union. Europa treffe Aussagen, die darauf hindeuteten, dass es Russland als „Gegner und sogar als Feind“ betrachte. Auf welche Äußerungen sich Peskow genau bezog, blieb zunächst unklar. Die derzeitigen EU-Politiker verhielten sich Russland gegenüber konfrontativ, „nicht nur in Worten, sondern auch in Taten“, fügt er hinzu. „Sie mobilisieren die militärischen Fähigkeiten Europas und richten sie gegen unser Land, während sie sich direkt an Feindseligkeiten gegen uns beteiligen.“

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