Viel früher als sonst hat heuer bei vielen Winzern in Niederösterreich bereits die Weinlese gestartet. Durch die Hitze kommt es zu Ausfällen, weniger Pilzbefall und auch zu mehr Zuckergehalt.
Schon am 11. August begann Heinrich Hartl mit der Ernte für den Sektgrundwein. „Normal wäre zwei bis drei Wochen später“, erzählt der Winzer aus der Thermenregion. Im dortigen Steinfeld seien die Böden ohnehin karg und anfällig für Trockenheit. Das es in diesem Jahr aber so extrem wird, hätte Anfang Mai noch niemand gedacht. „Wir haben Glück und konnten genug bewässern“, so Hartl.
In Gemeinden, in denen das Wasser sehr knapp war, dürften heuer größere Ausfälle verzeichnet werden. Ersten Vermutungen zufolge seien es in ganz Niederösterreich 30 Prozent, vielleicht sogar 50 Prozent. Der Direktor des Österreichischen Weinbauverbandes Josef Glatt betont kürzlich in einer Aussendung: „2026 ist ähnlich wie 2018. Damals begann die Weinlese ähnlich früh wie heuer.“
Die ersten Reben für den Sekt haben wir schon am 11. August geernet. Deutlich früher als sonst.

Winzer Heinrich Hartl
Bild: Hartl Weingut / zVf
Säurewerte sinken, Trauben vertrocknen
So schlimm wie in diesem Jahr sei es aber noch nie gewesen, sagt Hartl. Die lang andauernde Hitze sorge zudem für einen niedrigen Säuregehalt in den Trauben. „Der Jahrgang wird also sehr süß und leicht schmecken“, erklärt Hartl. Weil vor wenigen Wochen nicht klar war, wie viel es noch regnen werde, begann man frühzeitig mit der Ernte. „Damit die Reben nicht komplett austrocknen“. Durch den Wassermangel seien die Traubenbeeren aber nicht nur süßer vom Geschmack, sondern auch wesentlich kleiner, was die Weinmenge nochmal verkleinern werde.
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