Er ist das schwarze Schaf der Koalition und in allen Umfragen unbeliebtester pinker Politiker: Im „Was jetzt? Das ,Krone‘-Sommergespräch“ stellt sich NEOS-Chefin Beate Meinl-Reisinger trotz aller Kritik hinter ihren Deregulierungsstaatssekretär Sepp Schellhorn. Nicht das einzige heikle Thema des Interviews – lesen und sehen Sie hier die besten Passagen.
Sepp Schellhorn belegt im Vertrauensranking den letzten Platz und hat damit sogar den Dauerletzten, FPÖ-Chef Herbert Kickl, vom Negativ-Thron gestoßen. Die Kritik an ihm? Nach der Dienstwagen-Chose würde auch in Sachen Deregulierung zu wenig weitergehen. Dennoch stellt sich Meinl-Reisinger im Gespräch mit der „Krone“ hinter den Letztplatzierten.
Aber was macht Sepp Schellhorn gerade eigentlich?
„Frau Ministerin, sind Sie autoritär?“
Deutlichere Worte findet sie für den gefallenen Parteimitbegründer Veit Dengler. „Ich bedauere das. Das war sicherlich nicht angenehm und auch nicht schön“, sagt sie im Nachhinein. „Aber es gibt, glaube ich nichts schlimmeres für eine Partei, als wenn man sich monatelang mit internen Fragen beschäftigt.“
Aber ist Meinl-Reisinger „autoritär“, wie Veit Dengler ihr unterstellte?
„Bekomme ich diese Frage, weil ich eine Frau bin?“
Angesprochen auf ihre vielen Auslandsreisen und ob da noch genug Zeit für die Partei bleibt, wird die pinke Parteichefin offensiv: „Ich frage mich, ob diese Frage im Zusammenhang damit steht, dass ich eine Frau bin.“ Es sei ihr Job als Außenministerin, zu reisen.
Und wie arbeitet man als Parteichefin, die ständig auf Achse ist?
Überraschender Richtungswechsel
In Sachen Migration räumt Meinl-Reisinger überraschend ein: „Ja, ich habe eine Positionsänderung im Bereich Migration vollzogen.“ Während es früher eine liberale Position war, für offene Grenzen einzutreten, sei sie heute für Ordnung und Kooperation mit Drittstaaten. „Wir brauchen ein gemeinsames Europa und ein Bekenntnis zum Außengrenzschutz“, sagt die Ministerin.
Doch wie kam es zu der Meinungsänderung?
Der Traum von „Beates Jausenstation“
Den mauen Umfragewerten in den Bundesländern traue sie nicht über den Weg. Sie glaubt nicht, dass die Partei in Oberösterreich den Wiedereinzug in den Landtag verfehlen wird. „Abgerechnet wird am Wahltag“, sagt sie kämpferisch. Was sie nach ihrer Zeit in der Politik machen wollen würde? „Vielleicht werde ich im Salzkammergut einmal eine Jausenstation eröffnen.“
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