Ein neuer Schultyp soll den Nachwuchs für Lehrberufe sichern. Freiheitliche stellten bereits Antrag im Nationalrat, die ÖVP in Niederösterreich hinterfragt aber den pädagogischen Mehrwert. FPÖ-Jugendsprecher fordert zudem die Vier-Tage-Woche für Lehrlinge.
Die Zahl jener Jugendlichen, die sich für einen Lehrberuf entscheiden, nimmt österreichweit ab. „Heute fehlen uns Lehrlinge, morgen Tischler, Installateure und Elektriker“, fasst Christian Brenner die Zukunftssorgen um das traditionelle Handwerk zusammen. Der FPÖ-Jugendsprecher im NÖ-Landtag sieht in einem neuen Schultyp eine Möglichkeit, diese Entwicklung abzuwenden.
Polytechnikum integrieren
Brenner fordert eine sogenannte Gewerbe- und Handwerksmittelschule (GHMS). „Wenn wir Sport- und Musiktalente an Sport- und Musikmittelschule fördern können, warum nicht auch handwerkliche und technisch Talente in einer eigenen Schule?“, fragt der Freiheitliche. Die derzeitige Polytechnische Schule würde Brenner in die dann fünfjährige GHMS integrieren.
ÖVP nicht überzeugt
ÖVP-Bildungslandesrätin Christiane Teschl-Hofmeister verweist auf die Zuständigkeit des Bundes, betont aber: „Ehe zusätzliche Strukturen geschaffen werden, muss geprüft werden, welchen pädagogischen Mehrwert eine neue Schulform hat.“ Sie macht aber keinen Hehl daraus, dass sie die Polytechnischen Schulen als geeignete und „wichtige Türöffner in die Berufswelt“ sieht. Daher steht für Teschl-Hofmeister fest: „Die gezielte Stärkung der Polytechnischen Schulen durch den zuständigen Bund sollte im Mittelpunkt stehen.“
Vollzeit in vier Tagen
Brenner berichtet indes, dass die FPÖ die GHMS bereits im Nationalrat beantragt habe. Außerdem steht für den niederösterreichischen Landtagsabgeordneten fest, dass Lehrberufe attraktiver werden müssten. Sein Vorschlag dazu: „Eine Vier-Tage-Vollzeitwoche für Lehrlinge!“ Dieses Arbeitszeitmodell sollte freilich kein Zwang sein: „Aber als Möglichkeit angeboten werden“, so Brenner.
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