Am Salzburger Hauptbahnhof haben Menschen Sorgen um ihre Sicherheit. Hauptsächlich Frauen fühlen sich dort und in der Umgebung unwohl. In Bischofshofen eskalierte 2024 die Situation – doch die Gemeinde reagierte. Ebenso in Schwarzach...
Frauen, die Angst haben. Drogen-Delikte. Alkohol-Trinker trotz Alkoholverbot. Und zu guter Letzt zahlreiche Gewalttaten, die bis zum Mordversuch reichen: Das Grätzl rund um den Salzburger Hauptbahnhof ist zum gefährlichsten Ort der Stadt Salzburg geworden. Die „Krone“ zeigt seit Monaten die dortigen Probleme auf. Die Polizei ließ ausrichten, sie sei nicht zuständig, außer sie werde gerufen. Die ÖBB sind mit der Situation unzufrieden und sehen großes Verbesserungspotenzial. Die Stadt Salzburg ignoriert die Probleme scheinbar.
Wichtig war, dass wir die Kräfte gebündelt haben.

Hansjörg Obinger, Bürgermeister Bischofshofen, SPÖ
Bild: Andreas Tröster
Bahnhöfe sind generell, gerade zu Nachtstunden, kein besonders angenehmer Ort, nicht nur in Salzburg Stadt. In Bischofshofen etwa trieben Jugendbanden ihr Unwesen. Die dortige Situation eskalierte im Juni 2024, als ein 21-jähriger Kosovare von zehn Jugendlichen gejagt und ins Koma geprügelt wurde.
So löste es Bischofshofen
Doch seither hat Bischofshofen reagiert, wie Ortschef Hansjörg Obinger zusammenfasst: „Wir haben gemeinsam mit der Exekutive und Streetworkern gearbeitet und die Situation dort hat sich massiv entspannt. Wichtig war, dass wir die Kräfte gebündelt haben.“ Zudem habe die Gemeinde den neuen Jugendtreff in unmittelbarer Umgebung des Bahnhofs eingerichtet. „Das hat zur Entspannung beigetragen“, so Obinger.
Wir haben das mit den Streetworkern gestoppt, weil es bei uns schlicht nicht notwendig ist.

Andreas Haitzer, Bürgermeister Schwarzach
Bild: Sabine Salzmann
Auch der direkt beim oberen Bahnhof-Ausgang befindliche 24-Stunden-Automatenshop habe Jugendliche vor allem in Nachtzeiten angelockt. Hierzu kündigt der SPÖ-Bürgermeister an: „Der E-Kiosk hat ein Ablaufdatum, wir haben mit dem Eigentümer bereits gesprochen. Es wird dort eine attraktive Lösung geben.“ Für Obinger sei wichtig gewesen, dass die Leute keine Angst mehr am Bahnhof haben müssen: „Das haben wir so weit geschafft.“
Wenige Kilometer weiter, in Schwarzach, berichtet eine Leserin der „Krone“ davon, dass sie am Bahnhof in den Abendstunden Angst hätte. Der dortige Ortschef, Andreas Haitzer, zeigt sich überrascht: „Ich hätte von Problemen beim Bahnhof nichts mitbekommen.“ Freilich sei es möglich, so Haitzer, dass Jugendliche aus Langeweile dort Blödsinn machen. Auch Vandalismus sei das ein oder andere Mal vorgekommen. Man habe einst sogar mit Bischofshofen und St. Johann gemeinsam Streetworker engagiert, um Problemen durch Jugendbanden entgegenzuwirken. „Wir haben das aber gestoppt, weil es bei uns schlicht nicht notwendig ist.“
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