Der internationale Hilfe-Wettbewerb des Roten Kreuzes Kärnten steht ganz im Zeichen der Ersten Hilfe und der Menschlichkeit. Erstmals kommen auch weibliche Puppen zum Einsatz, die den Nachwuchs-Helfern die Scham nehmen sollen.
Schauplatz: Innenstadt Hermagor. Ein Verkehrsunfall wird vor dem Feuerwehr-Gebäude inszeniert. Mehrere jugendliche Schauspieler stellen einen Unfall nach, der sich nach einer Feuerwehr-Übung ereignet haben soll. Die erste Jugendgruppe bekommt schnell den Einsatzbefehl und schon legen sie los. Die Kommandantin der Gruppe verschafft sich einen Überblick und teilt dann ihre Kollegen und Kolleginnen ein.
„Das Jugend-Rot-Kreuz ist sehr weiblich. Wir haben mehr Mädchen als Jungs in den Teams“, erzählt uns der Präsident des Roten Kreuz Kärnten Martin Pirz. „Sie sind einfach tougher und sozialer. Auch in den Führungspositionen beim Roten Kreuz übernehmen sie wichtige Aufgaben und machen ihre Arbeit hervorragend“, lobt Pirz das weibliche Engagement.
Teilnehmer aus Alpen-Adria-Raum
Insgesamt sind über 100 Kinder und Jugendliche in 24 Gruppen vor Ort. Jeder Kärntner Bezirk ist vertreten, zusätzlich kommen zwei Ortsgruppen Gmünd und Radenthein. Sogar Teilnehmer aus Slowenien und Italien zeigen ihr Können bei dem internationalen Wettbewerb.
Ich würde es auf jeden Fall weiterempfehlen, zum Roten Kreuz zu gehen, weil man hier auch viele Freunde findet. Als Gruppe kann man viel erleben und das stärkt den Zusammenhalt und das Miteinander.

Liliana, 12
Bild: Handler Wolfgang
Wir freuen uns immer über den Nachwuchs beim Roten Kreuz. Gemeinsam haben wir einfach mehr Freude am Erste-Hilfe-Leisten. Deswegen bin ich sehr dafür, wenn noch mehr Jugendliche dazukommen.

Leon, 14
Bild: Handler Wolfgang
Es ist sehr wichtig, dass Erste-Hilfe-Kurse in den Schulen angeboten werden sollen. An meiner Schule wird das zum Beispiel nicht angeboten. Bei einer Notsituation weiß man dann nicht, wie man helfen kann.

Sophie, 15
Bild: Handler Wolfgang
Die heutige Herausforderung für mich war es, die Patienten bestmöglich zu versorgen. Die Kommandantin teilt uns ein und dann liegt es an uns, alle Regeln der Erste Hilfe einzuhalten und unser Bestes zu geben.

Felix, 17
Bild: Handler Wolfgang
Weibliche Puppen sollen falsche Scham nehmen
Laut einer Studie der Medizinischen Universität Innsbruck werden Frauen schlechter und später reanimiert. Grund dafür seien Berührungsängste oder auch Scham. Taylor Petschert-Kwong vom Jugend-Rot-Kreuz erklärt, dass man daher auf weibliche Übungspuppen setzt – die auch bei den Übungsszenarien in Hermagor zum Einsatz kommen. „Das gab es noch nie bei einem Wettbewerb“, sagt Petscher-Kwong.
Doch die Nachwuchs-Retter zeigen keine Scheu und meistern die Reanimation bravourös. Auch RK-Präsident Martin Pirz ist sichtlich von den Leistungen der Kinder und Jugendlichen angetan.
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