Hunderte Tote in Nepal

Ex-Judoka Sabrina Filzmoser hilft nach Sturzflut

Oberösterreich
30.08.2026 09:00

Sabrina Filzmoser stand am Gipfel des Mount Everest, gründete in der Himalaja-Region ein Projekt für Kinder. Jetzt organisiert die ehemalige Super-Judoka aus der Ferne Hilfstransporte für die Betroffenen. Der Kontakt mit vielen Bekannten vor Ort ist mittlerweile aber abgebrochen.

„Ich kann es noch gar nicht richtig einordnen, was dort passiert ist. Die Einheimischen sind sehr leidgeprüft, haben schon viele Sachen verarbeiten müssen. Jetzt kommt das auch noch dazu. Es ist einfach tragisch, in dem Ausmaß völlig unvorstellbar“, ist Sabrina Filzmoser im Gespräch mit der „Krone“ hörbar mitgenommen.

Todeszahl steigt immer weiter an
Am Mittwoch kam es an der Grenze zwischen Tibet und Nepal zu einer gewaltigen Sturzflut. Auslöser war vermutlich ein Gletscher- bzw. Eis-Fels-Abbruch, der riesige Mengen Wasser, Eis, Geröll und Schlamm in die Täler riss. Tausende Touristen und Einheimische sind praktisch eingeschlossen oder werden vermisst. Die Todeszahl soll mittlerweile auf mehr als 600 angestiegen sein.

Sabrina Filzmoser am Weg auf den K2 – den zweithöchsten Berg der Welt.
Sabrina Filzmoser am Weg auf den K2 – den zweithöchsten Berg der Welt.(Bild: Sabrina Filzmoser)

Projekt für Kinder gestartet
Die ehemalige Spitzen-Judoka Sabrina Filzmoser bezwang zum ersten Mal im Jahr 2022 den Mount Everest und war auch heuer im Mai auf dem höchsten Berg der Welt unterwegs. Die 46-Jährige aus Thalheim bei Wels treibt dabei nicht nur die sportliche Herausforderung an, sondern sie engagiert sich auch für Kinder. Filzmoser gründete vor Jahren ihr Projekt „Everest Judo“, das Kindern in der Himalaja-Region unterstützt. Dabei geht es um Inspiration und die Möglichkeit, Schule, Ausbildung und Sport zu vereinen.

Kontakt zu Einheimischen abgebrochen
Ihre Kontakte in die Region nutzt Filzmoser nun auch in der aktuellen Krise. „Es ist schwer herauszufinden, wer betroffen ist und wie viele es tatsächlich sind. Zu vielen Menschen, die ich kenne, ist der Kontakt mittlerweile abgebrochen, weil sie komplett abgeschnitten sind, keinen Strom haben und deshalb ihre Handys nicht laden können“, erklärt die ehemalige Spitzensportlerin, die gerade von einem Judo Grand Slam in Lausanne (Schweiz) aus Hilfstransporte in die Krisenregion organisiert.

Brücken durch Flut weggerissen
„Wir haben einen ganzen Lkw vollgeladen. Die Straßen sind aber extrem schlammig und zahlreiche Brücken einfach weggerissen. Deswegen ist es eine logistische Herausforderung. Meine befreundeten Helikopterpiloten sind alle mit Evakuierungen beschäftigt. Keiner weiß, wie viele Einheimische wirklich betroffen sind“, schildert die 46-Jährige, die eigentlich im Herbst wieder zum Dach der Welt abheben möchte.

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