Die politischen Kräfteverhältnisse in Deutschland verschieben sich weiter. In einer aktuellen bundesweiten Sonntagsumfrage liegt die AfD inzwischen deutlich vor der Union. Mit 29 Prozent bleibt sie stärkste Kraft, während die Union auf nur noch 20 Prozent kommt.
Damit beträgt der Abstand zwischen beiden Parteien bereits neun Prozentpunkte. Nach Angaben von INSA-Chef Hermann Binkert wurde ein so großer Vorsprung der AfD gegenüber der Union in dieser Erhebung bislang noch nie gemessen.
Union sinkt in der Wählergunst
Für CDU und CSU bedeutet das einen weiteren Rückschlag. Gegenüber der vorherigen Befragung verliert die Union einen Prozentpunkt. Die AfD hält dagegen ihren Wert von 29 Prozent und kann dadurch ihren Abstand weiter vergrößern.
Auch bei anderen Parteien gibt es Bewegung. Die FDP verliert einen Punkt und erreicht aktuell vier Prozent. Damit würde sie nach diesem Umfragestand an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern und nicht in den Bundestag einziehen.
SPD nur bei zwölf Prozent
Ebenfalls einen Prozentpunkt abgeben muss die Linke. Sie kommt nun auf zehn Prozent. Das BSW verbessert sich dagegen um einen Punkt und erreicht ebenfalls vier Prozent. Damit liegen FDP und BSW derzeit gleichauf. Keine Veränderungen gibt es bei Grünen und SPD. Die Grünen stehen weiterhin bei 13 Prozent, die Sozialdemokraten bei zwölf Prozent.
Rückenwind für AfD vor Landtagswahlen
Besondere Aufmerksamkeit bekommen die Zahlen auch wegen der unmittelbar bevorstehenden Landtagswahlen. Bereits am 6. September wird in Sachsen-Anhalt gewählt. Zwei Wochen später, am 20. September, folgen die Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern. Gerade in Sachsen-Anhalt liegt die AfD auch in aktuellen Landesumfragen klar vorne.
Wer könnte überhaupt noch regieren?
Die neuen Zahlen zeigen außerdem, wie schwierig die Bildung einer parlamentarischen Mehrheit derzeit wäre. CDU/CSU und SPD erreichen gemeinsam nur noch 32 Prozent. Ein Bündnis aus Grünen, SPD und Linken käme zusammen auf 35 Prozent. AfD, Linke und BSW erreichen zusammengerechnet 43 Prozent. Gleichzeitig entfallen insgesamt 16 Prozent der Stimmen auf Parteien, die nach dieser Umfrage unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde liegen würden.
Dadurch verändert sich auch die rechnerische Schwelle für eine Mehrheit der Sitze. Nach den vorliegenden Zahlen könnten etwas mehr als 43 Prozent der Stimmen bereits für eine parlamentarische Mehrheit ausreichen. Eine mögliche Kombination aus CDU/CSU, Grünen und SPD würde gemeinsam auf 45 Prozent kommen und hätte damit rechnerisch nur einen vergleichsweise kleinen Abstand zu dieser Marke.
Der Sonntagstrend ist allerdings keine Wahl und bildet lediglich die politische Stimmung zum Zeitpunkt der Befragung ab. Trotzdem markiert der Abstand zwischen AfD und Union einen neuen Höchstwert innerhalb dieser INSA-Erhebung und sorgt damit kurz vor mehreren wichtigen Landtagswahlen für besondere Aufmerksamkeit.
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