Ja, wenn es nur so einfach wäre, das einfache Leben! Autor Robert Schneider hat sich darin versucht. Gemeinsam mit seiner Familie. Eine anstrengende Erfahrung.
Familienausflug. Alle in den VW-Caddy und Richtung Bodensee. Den letzten Sommerabend genießen. Und überhaupt den Bodensee zum letzten Mal genießen, bevor er ganz verlandet und die Festspiele „Internationale Landfestspiele“ heißen werden.
Über die Grenze in Richtung Höchst. Zum „Glashaus“ am Rohrspitz. Die Buben haben es so geliebt, als sie dort noch auf ihren SUPs Robinson Crusoe sein konnten. Jetzt reden sie übers Kiffen, und dass man in der Schule wirklich nichts fürs Leben lernt. Alle satt geworden. Noch eine Zigarette in der letzten Glut der untergehenden Sonne. Im nächsten Jahr wird der Horizont eine Sanddüne sein, das ist sicher.
22 Uhr, Heimfahrt. Direkt auf dem Autobahnzubringer ein Reifenplatzer. ÖAMTC: „Sie sind in der Schweiz.“ – „Aber nur 100 Meter von der Grenze.“ – „Grenze bleibt Grenze.“ Warten, bis der TCS kommt. – „D’r Pnö isch total chabutt!“
Abschleppen bis nach Kriessern. Es ist jetzt kurz vor Mitternacht. „Aber Sie können uns doch noch die paar Meter nach Mäder bringen. Dort rufen wir dann den ÖAMTC.“ Das sei völlig ausgeschlossen, meint der nette TCSler, weil er sonst den Job verliere. Außerdem habe er uns eh alle im Auto sitzen lassen, was auch strafbar sei.
Es sind noch 50 Meter bis zur österreichischen Grenze. Ich fahre also mit dem arg rumpelnden Caddy über die Grenze. Jetzt ist der Reifen ganz zerfetzt. Es ist 1.30 Uhr, als wir auf österreichischem Hoheitsgebiet abgeschleppt werden. In der Zwischenzeit habe ich ein Taxi gerufen, damit wenigstens meine Frau und die Kinder heimkommen. Um 3 liege ich dann selbst im Bett. Schönes, einfaches Leben!
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