Nadine Baumgartner (25) konnte ihre heutige Leidenschaft anfangs gar nicht ausstehen. Im Gespräch mit der „Krone“ erzählt sie, wie sie ihren inneren Schweinehund überwunden hat – und was Kaffee damit zu tun hat.
Egal, ob 42 Kilometer oder 150 – Profi-Läuferin und Influencerin Nadine Baumgartner stellt sich regelmäßig neuen Herausforderungen. Zuletzt etwa bei einem Ultramarathon in Deutschland. Die Kraft dafür nimmt sie aus ihrer Vergangenheit und den mentalen Hürden, die sie seither überwunden hat.
„Krone“: Frau Baumgartner, Sie haben bei dem Ultra-Lauf in Deutschland 150 Kilometer zurückgelegt. Wie schaffen Sie das?
Nadine Baumgartner: Ich glaube, die größte Motivation dahinter war, meinem alten Ich zu zeigen, wie stark ich bin. Wenn du es dir mental einredest, dass du es schaffen kannst, dann machst du das. Ich will nie wieder so schwach sein wie als Jugendliche.
Hatte das damals einen Grund?
Ich hatte Magersucht. Ich habe mit 14 Jahren angefangen, auf der Plattform YouTube-Videos zu drehen. Dafür bin ich in der Schule gemobbt worden und so in eine Essstörung gerutscht. Ich habe damals in wenigen Monaten 20 Kilos abgenommen.
Ich war so schwach, dass mich mein Vater in der Schule die Stiegen hinauf tragen musste, weil ich es nicht geschafft habe. Ich kam dann in eine Klinik und wurde schrittweise wieder gesünder. Auch der Kraftsport hat mir sehr dabei geholfen.
Wann haben Sie dann mit dem Laufen begonnen?
In meinem Auslandssemster in Australien. Eigentlich aus einem ungesunden Grund: Ich wollte nicht zunehmen. Ich habe Laufen gehasst. Ausdauersport war absolut nicht meines. Ich liebe Kaffee, und in Australien habe ich mir vorgenommen, immer zu einem neuen Café zu laufen.
Die Strecken wurden länger und es hat irgendwann Spaß gemacht. Zurück in Wien habe ich mir die Uni-Vorlesungen einmal während dem Laufen angehört und bin plötzlich 20 Kilometer durchgerannt.
War das der Startschuss für Ihre Leidenschaft?
Ich habe mich nach meinem ersten Marathon ins Laufen verliebt. Ich habe dann auch einen Laufclub gegründet. Der erfüllt mich so, weil viele Menschen mit unterschiedlichen Levels mitmachen und dadurch Freundschaften entstanden sind. Ich möchte weitergeben, dass man auf seine eigene Leistung stolz sein kann – egal, wie weit man läuft. Es muss nicht gleich ein Marathon sein.
Ihre Strecken werden hingegen immer länger. Woher nehmen Sie die Motivation dafür?
Ich vergleiche mich eigentlich nicht mit anderen, sondern nur mit mir selbst. Es spornt mich an, immer mehr aus mir herausholen zu können.
Welche Tipps haben Sie für Anfänger?
Dranbleiben. Ich weiß, wie schwer es am Anfang ist. Man muss geduldig sein. Am besten mindestens drei Einheiten pro Woche einplanen. Man sollte auch nur nach Zeit, etwa einmal 15 Minuten, und nicht nach Kilometern laufen. Dann kann man sich Schritt für Schritt steigern.
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