Österreich „kochte“

Was der Sommer 2026 mit 41,2 Grad angerichtet hat

Österreich
31.08.2026 11:00

Österreich stöhnt unter der Hitze: Der Sommer 2026 geht als wahrer Rekord-Sommer in die Geschichte ein. 41,2 Grad, Hitzetage ohne Ende, tropische Nächte und dramatische Trockenheit – so extrem war es hierzulande noch nie.

Dieser Sommer hatte es in sich – und wie! Die Temperaturen kletterten immer wieder in schwindelerregende Höhen, die 40-Grad-Marke wurde gleich in allen drei Sommermonaten geknackt. Und auch der Regen blieb vielerorts aus. Unterm Strich steht ein Sommer, der sämtliche Rekordlisten sprengt. Wie Meteorologe Roland Reiter am Sonntag in seiner Sommerbilanz erklärt, im österreichweiten Durchschnitt war es 2,6 Grad wärmer als im Klimamittel. Damit war der Sommer 2026 der heißeste seit Beginn der Messungen.

Absoluter Höhepunkt am 5. August
Besonders heftig traf es das Rheintal: In Feldkirch war der Sommer unglaubliche 3,7 Grad zu warm, in Bregenz waren es 3,3 Grad. Noch eindrucksvoller wird der Blick auf die einzelnen Wetterstationen: Von 246 ausgewerteten Stationen meldeten 185 den wärmsten Sommer ihrer Messgeschichte. Weitere 55 verzeichneten den zweitwärmsten.

Und dann kam der absolute Höhepunkt. Am 5. August brannte die Sonne besonders erbarmungslos vom Himmel: In Bad Deutsch-Altenburg wurden unglaubliche 41,2 Grad gemessen – neuer österreichischer Hitzerekord!

(Bild: UBIMET)

Nicht nur die Höchsttemperaturen waren extrem. Vor allem die schiere Dauer der Hitze machte den Sommer außergewöhnlich. In Wien auf der Hohen Warte und in Klagenfurt wurden jeweils 45 Hitzetage mit mindestens 30 Grad registriert. Graz, Innsbruck, St. Pölten und Eisenstadt kamen auf jeweils 43.

Besonders kurios: Im normalerweise deutlich kühleren Bregenz wurden ebenfalls 43 Hitzetage gezählt. Zum Vergleich: Im langjährigen Durchschnitt sind es dort gerade einmal acht.

Den Vogel schoss Ferlach in Kärnten ab: Dort gab es heuer vorläufig unglaubliche 59 Hitzetage, davon 53 allein im Sommer. Der bisherige österreichische Rekord lag bei 57 Tagen – aufgestellt erst 2024 in Bad Deutsch-Altenburg.

Hitze blieb auch in der Nacht
Wer gehofft hatte, wenigstens in der Nacht durchschnaufen zu können, wurde ebenfalls enttäuscht. Vor allem in den Städten blieb die Hitze wie in einem Backofen hängen. In der Wiener Innenstadt wurden 44 Tropennächte gezählt – der zweithöchste Wert der Messgeschichte. 

Besonders extrem war die Nacht auf den 5. August: In Hornstein fiel die Temperatur nicht einmal unter 28,5 Grad. Das war das höchste jemals an einer österreichischen Wetterstation gemessene nächtliche Minimum.

Ein Drittel weniger Regen
Die Rekordhitze hatte einen dramatischen Begleiter: Trockenheit. Österreichweit fiel im Sommer rund 31 Prozent weniger Regen als üblich. Besonders schlimm war die Lage in Teilen Ober- und Niederösterreichs, im Burgenland und regional auch in Vorarlberg. In Weyer in OÖ fehlten sogar 59 Prozent der üblichen Regenmenge.

Die extreme Hitze forderte ihren Tribut: Nach einem Sommer mit rund einem Drittel weniger Regen ...
Die extreme Hitze forderte ihren Tribut: Nach einem Sommer mit rund einem Drittel weniger Regen sind viele Felder in Österreich völlig ausgedörrt.(Bild: APA/ROLAND SCHLAGER)

Für Böden, Landwirtschaft und Natur war das eine enorme Belastung. Denn vielerorts waren die Böden bereits vor Beginn des Sommers trocken. Wochenlange niederschlagsfreie Phasen und die extreme Hitze verschärften das Wasserdefizit zusätzlich. Und auch hier hagelte es Rekorde: An 49 Wetterstationen war der Sommer der trockenste seit Beginn der jeweiligen Messungen.

Dürre und Unwetter – kein Widerspruch
So paradox es klingt: Trotz der massiven Trockenheit kam es regional immer wieder zu heftigen Unwettern. Vor allem im zentralen Bergland und im Südwesten sorgten Gewitter für Starkregen, Überflutungen, Muren und lokale Hochwasser.

Beim Frequency in St. Pölten zogen heuer schwere Gewitter auf – das Abendprogramm musste wegen ...
Beim Frequency in St. Pölten zogen heuer schwere Gewitter auf – das Abendprogramm musste wegen der Unwetter sogar unterbrochen werden.(Bild: APA/FLORIAN WIESER)
(Bild: APA/FLORIAN WIESER)

Ein Widerspruch ist das nicht. Im Gegenteil: Nach wochenlanger Trockenheit kann der Boden gewaltige Regenmengen oft gar nicht schnell genug aufnehmen. Fällt dann innerhalb weniger Stunden extrem viel Wasser, rauscht es oberflächlich ab – während das tiefere Erdreich weiterhin unter dem monatelangen Wasserdefizit leidet.

41,2 Grad, 59 Hitzetage, tropische Nächte und fast ein Drittel weniger Regen: Der Sommer 2026 war nicht einfach nur heiß. Er war ein Sommer der Extreme ...

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