Andreas Bauernfeind wurde beim 24-Stunden-Lauf in Bad Blumau mit dem österreichischen Streckenrekord von 229,4 Kilometern Staatsmeister. Hinter dieser vor kurzem erschienen Meldung stecken unglaubliche Fakten. Laut seiner Uhr verbrauchte der Ultraläufer dabei 18.500 Kilokalorien, nahm aber nur rund 6000 Kilokalorien zu sich.
Seine Energie zog er vorrangig aus 38 Peeroton-Gels und sechs Liter Hi-End-Elektrolytgetränken. Dazu kamen noch neun Liter Wasser, Kartoffeln, Banane, Melone, Fruchtstangerl, Waffeln, Polenta, Kornspitz und sogar Babybrei mit Hafer.
Der studierte Ingenieur, der mit Ehefrau und Ernährungswissenschaftlerin Anita die perfekte Beraterin hatte, erzählt: „Es hat wirklich gut funktioniert, ich habe mich gut gefühlt, musste auch jede Stunde auf die Toilette. Das ist sehr gut. Denn bei so einem Lauf produzierst du viele Stoffe, die der Körper loswerden will. Meine Eltern haben mich perfekt versorgt und alles genau dokumentiert. Das Optimieren der Ernährung ist bei Ultraläufen ganz wichtig.“
194 Runden auf 1,181 km langen Kurs
Ebenfalls interessant: Der Wettkampf fand auf einer 1,181 Kilometer langen Runde, die zu zwei Dritteln aus Straße und einem Drittel aus einem Schotterweg bestand, statt. Insgesamt lief Bauernfeind 194 Runden, machte dabei immer wieder Geh- und Sitzpausen: „Das war ein ganz wichtiger Teil meiner Rennstrategie. Du isst, trinkst, wäscht dich, fettest die unteren Achseln und den Schritt nach.“
Einmal gab es auch neue Socken und ein frisches Leiberl: „So ein Reset hilft, ist angenehm.“ Die Müdigkeit war kein Problem: „Ich war schon als Student eine Nachteule, habe zu später Stunde sehr gut lernen können. Nachts waren auch die Temperaturen sehr angenehm, während es tagsüber 28 Grad hatte. Und wenn dein Kreislauf in Schwung ist, schläfst du auch nicht ein.“
Bauernfeind läuft jeden Tag in die Arbeit und zurück
Seine Muskulatur war die ganze Zeit locker. Nur das Knie machte wegen der enormen Belastung am Ende leichte Probleme: „Die letzte Runde bin ich nur noch gegangen, habe dabei aber alle anderen Konkurrenten überholt.“ Am Ende hatte der zweifache Familienvater, der in Wien aus dem zehnten Bezirk jeden Tag zur Arbeit in den 5. Bezirk läuft, neun Runden Vorsprung: „Dabei lag ich lange hinten, übernahm erst nach zwölf Stunden erstmals die Führung. Meine Rennstrategie ging perfekt auf.“
Die härteste Aufgabe wartete erst nach der Zielsirene um 10 Uhr: „Da kam dann die Anti-Doping-Agentur: „Ich war dann schon wirklich am Limit, hatte dann kurz Kreislauf-Probleme. Ich musste Einiges trinken, bis es klappte. Aber es hat funktioniert.“ Es folgten drei Stunden Schlaf am Nachmittag und noch einmal sieben Stunden in der Nacht: „Dann ging es mir schon wieder ziemlich gut.“
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