Produktion untersagt

Explosion in Pyro-Firma: Auflagen wohl missachtet

Niederösterreich
28.08.2026 22:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach der Explosion in einem Pyrotechnik-Unternehmen in der niederösterreichischen Gemeinde Winzendorf ist die Ursache weiterhin unklar. Medienberichten zufolge soll nun jedoch feststehen, dass die Firma – trotz Verboten – den Primärsprengstoff Kaliumdinitrobenzofuroxan (KDNBF) produziert hat.

Die Explosion hatte schwerwiegende Folgen: Laut „Krone“-Informationen mussten mehr als 100 Personen das Betriebsgelände verlassen – eine Person wurde schwer verletzt. Jetzt berichtete der ORF Niederösterreich, dass die Firma im Vorfeld gegen Auflagen der Bezirkshauptmannschaft Wiener Neustadt verstoßen haben soll.

Unternehmen sieht keinen Verstoß
Die BH stellte demnach am Freitag klar, dass dem Unternehmen die Produktion von KDNBF seit 8. Juli generell untersagt gewesen sei. Hintergrund war ein Arbeitsunfall Ende Juni. Dennoch dürfte die Substanz auf dem Areal weiterhin produziert worden sein. Das betroffene Unternehmen, die Astotec Pyrotechnic Solutions, sprach davon, dass KDNBF ab dem 8. Juli bis zur Explosion am 20. August „im Laborausmaß“ hergestellt worden sei, und sieht darin keinen bewussten Verstoß gegen die Behördenanordnung.

Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung laufen
Ob es einen Zusammenhang zwischen der weiteren Herstellung von KDNBF und der Explosion vom 20. August mit einem Schwerverletzten gibt, ist unklar. Die Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt ermittelt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung gegen unbekannte Täter. Laut Polizei gilt eine chemische Reaktion in einem Abfallbehälter im Labor der Firma als Auslöser für den Vorfall vom 20. August. Ein Sachverständiger soll dies final klären.

Unternehmen setzte Taskforce ein
Astotec Pyrotechnic Solutions hatte sich bereits zu Wochenbeginn in einem Statement gerechtfertigt. „Wir stellen unter der konsequenten Einhaltung aller gesetzlichen und behördlichen Verpflichtungen sowie höchsten Sicherheits- und Qualitätsstandards sicherheitskritische Komponenten für die automobile Fahrzeugindustrie her, die weltweit zum Schutz von Menschenleben beitragen. Wir unterliegen aufgrund des Umgangs mit Gefahrenstoffen den strengsten gesetzlichen Sicherheitsauflagen“, betonte Geschäftsführer Christopher Lill.

Medienberichten zufolge soll auch eine eigene Taskforce zur Aufarbeitung eingesetzt werden, die sich mit dem „gesamten relevanten Sachverhalt“ und damit auch mit Vorgängen vor der Explosion befassen soll.

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