„Opfer der Erfindung“

Papst warnt vor zu viel Kontrolle durch KI

Ausland
28.08.2026 14:52
Porträt von krone.at
Von krone.at

Papst Leo XIV. warnt davor, dass Künstliche Intelligenz (KI) zunehmend Entscheidungen über das menschliche Leben bestimmen könnte. „Der Mensch könnte Gefahr laufen, Opfer seiner eigenen Erfindungen zu werden“, sagte das Kirchenoberhaupt bei einem Treffen mit Teilnehmern eines internationalen Kongresses für Verwaltungswissenschaften in Rom. 

Es sei ein ernstes Problem, dass Entscheidungen über das menschliche Leben inzwischen Maschinen anvertraut würden, so der Papst. Angesichts der rasanten Entwicklung von KI müsse sich die Gesellschaft fragen, ob sie diese Systeme künftig noch kontrollieren könne, sagte Leo. Die Technologie berühre inzwischen unmittelbar die Lebensweise der Menschen und durchdringe alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens.

Papst für „Humanisierung“ digitaler Technologien
Der Papst forderte eine ethische Begleitung des Einsatzes von KI. Die entsprechenden Technologien konzentrierten sich bisher in den Händen großer Wirtschafts- und Technologiekonzerne, die vom Staat nur schwer kontrolliert werden könnten. „Es muss sichergestellt werden, dass das Wohl der Menschheitsfamilie nicht privaten Interessen geopfert wird“, betonte Leo.

  Leo XIV. rief die Teilnehmer dazu auf, ihre Forschung fortzusetzen und Wege zu entwickeln, wie die öffentliche Verwaltung zu einer „Humanisierung“ digitaler Technologien beitragen könne. Diese sollten letztlich „im Dienst des Lebens und des Friedens“ stehen. Zugleich warnte der Papst davor, Vorsicht und strengere Kontrollen mit einer grundsätzlichen Ablehnung des technischen Fortschritts gleichzusetzen. Eine vorsichtige und teilweise langsamere Einführung von KI sei kein Zeichen von Fortschrittsfeindlichkeit, sondern Ausdruck einer verantwortungsvollen Haltung gegenüber der Menschheit.

Menschliche Intelligenz „unersetzlich“
Die Äußerungen knüpfen an Leos jüngste Enzyklika „Magnifica humanitas“ an, in der er sich mit dem Schutz der menschlichen Person im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz beschäftigt. Der Papst betonte erneut die aus seiner Sicht unersetzliche Bedeutung menschlicher Intelligenz gegenüber technologischen Systemen.

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