Wiedergefunden haben sich zwei Geschwister aus der Tierwelt in der Greifvogelstation in Haringsee (NÖ). Ein zerzaustes Wespenbussard-Baby war erschöpft gefunden und zum Vier-Pfoten-Stützpunkt gebracht worden. Zwei Tage später folgte ein etwas älterer Jungvogel – die beiden stammen offenbar aus demselben Nest.
Auch in der Tierwelt freuen sich die Betroffenen offenbar über „Familien-Zusammenführungen“. Das zeigt der jüngste Fall aus dem Weinviertel. Eine Spaziergängerin hatte bei Ernstbrunn im Bezirk Korneuburg ein Vogeljunges entdeckt, das auf einem Zaun saß. Der kleine, zerrupfte Wespenbussard war dermaßen erschöpft, dass er nicht zu flüchten versuchte, als sich ihm die Finderin, eine Frau samt ihrem Hund, näherte.
Flug nach Afrika
Die Frau gab dem Vogel den Namen „Solis“ und brachte ihn zur Greifvogelstation in Haringsee, Bezirk Gänserndorf. „Wir waren sehr überrascht, zu dieser Jahreszeit noch einen so kleinen Nestling zu bekommen“, sagt Stationsleiter Dr. Hans Frey. Denn Wespenbussarde beginnen als Zugvögel jetzt bereits mit dem Flug in Richtung Afrika.
Geschwisterchen gefunden
Zwei Tage später wurde nur wenige Meter von jener Stelle, an der „Solis“ entdeckt worden war, ein zweiter junger Wespenbussard gefunden. Auch dieser war in einem sehr schlechten Zustand. Vollkommen ausgehungert wurde auch „Helios“, wie er mittlerweile genannt wird, zur Greifvogelstation gebracht. Und siehe da: Die beiden Jungvögel kannte sich offenbar – sie dürften Geschwister sein.
Wo wird überwintert?
Dass sie jetzt wieder vereint sind, tut ihrer Genesung offensichtlich gut, bestätigt auch Frey: „Es ist wirklich schön zu beobachten, wie sie positiv aufeinander reagieren.“ Offen bleibt die Frage, ob es „Solis“ und „Helios“ schaffen, noch rechtzeitig genügend Kräfte für den Flug nach Afrika zu sammeln. Doch Frey beruhigt: „Wenn nicht, können die beiden jungen Wespenbussarde natürlich auch in der Greifvogelstation überwintern.“
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