Zwei Tierarten?
DNA-Ergebnis von Wal „Timmy“ sorgt für Verwirrung
Zweieinhalb Monate nach der Freisetzung des Buckelwals „Timmy“ hat die Präsentation einer neuen DNA-Analyse am Mittwoch für Verwirrung gesorgt. Die Auswertung aus China belegt demnach nämlich, dass der im Mai vor der dänischen Insel Anholt angespülte Buckelwal gar nicht „Timmy“ gewesen sein könnte ...
Kleintierärztin Kirsten Tönnis hat zwei DNA-Proben untersuchen lassen. Eine soll am 1. Mai in Deutschland entnommen worden sein, als kurz vor der Freisetzung ein Tracker am Tier befestigt wurde. Die zweite Probe wurde dann vor der dänischen Insel Anholt besorgt – und zwar von dem Walkadaver, das sich immer mehr aufblähte. Anschließend wurden beide DNA-Proben an ein chinesisches Labor geschickt, wie Tönnis mitteilte. Aus China sei dann ein Wust aus Zahlen und Buchstaben zurückgekommen, den sich die Tierärztin von Fachleuten erklären ließ.
Das überraschende Ergebnis: Die Unterschiede im Genmaterial seien so groß, dass es fraglich sei, ob beide Proben überhaupt von derselben Tierart stammen würden. Sie habe es kaum glauben können, als sie das erfahren habe, sagte die Deutsche.
Probe lagerte tagelang in vergessener Tasche
Das Umweltministerium Mecklenburg-Vorpommerns teilte mit, dass mehrere voneinander unabhängige Indizien mit hoher Plausibilität dafür sprächen, dass der angespülte Wal „Timmy“ sei. Es nannte etwa die Größe und Art des Wals und den am Tier befestigten Satellitentracker als Beispiele. Eine Erklärung könnte sein, dass die Tierärztin Tönnis die am 1. Mai entnommene Probe laut eigener Aussage mehrere Tage lang in einer Tasche vergessen hatte, bevor sie sie dann am 5. Mai einfror. Eine der beiden Proben war zudem in Formalin eingelegt, einer wässrigen Lösung des Fixiermittels Formaldehyd, das bei Raumtemperatur zu einem Abbau von DNA führt. Geschädigte DNA kann Abgleiche stark verfälschen.
„Für die eindeutige Identifikation eines Individuums müssten professionell entnommene und konservierte DNA-Proben vorliegen“, teilte das Deutsche Meeresmuseum mit. „Er hat Merkmale, die ich auf Anholt erkannt habe“, sagte Tierärztin Anne Herrschaft, die der Initiative zur Rettung des Wals angehörte.
Tönnis will weitermachen
Bertram Brenig, Genetiker an der Universität Göttingen, beschäftigte sich nach der Präsentation von Tönnis ebenfalls mit den vorhandenen DNA-Daten und verglich die Datensätze der beiden Proben bioinformatisch. Er stellte eine Übereinstimmung von 99,91 Prozent fest. Beide Proben stammen demnach von demselben Individuum. Tönnis will sich davon nicht abhalten lassen, weiterzumachen. Wer von den Helferinnen und Helfern noch Hautfetzen von dem Weibchen „Timmy“ herumliegen habe, solle sich bei ihr melden, sagte sie.

Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 









Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.