Mindestens 162 Tote
Was Horror-Sturzflut im Himalaya-Gebiet auslöste
Die Sturzflut mit darauffolgenden verheerenden Überschwemmungen im Himalaya-Gebiet hat am Mittwoch mindestens 162 Menschen in den Tod gerissen. Mehr als 1300 Menschen werden laut Behördenangaben in Nepal und in China vermisst. Über eventuell Betroffene aus Österreich gab es bisher keine Informationen.
Videoaufnahmen zeigen Wassermassen, die Häuser mit sich reißen und Gebäude, die im Schlamm versinken. Mehrere Fernstraßen sind blockiert. Hubschrauber und Rettungstrupps der nepalesischen Armee suchen verzweifelt nach Überlebenden.
Unklar bleibt weiterhin das Schicksal Hunderter vermisster nepalesischer und ausländischer Touristen – das Gebirge an der Grenze zwischen Zentralnepal und dem Südwesten Tibets gilt als beliebtes Wandergebiet. Die australische Regierung erklärte, dass auch 34 Australier abgängig seien.
Indes sind weitere chinesische Rettungskräfte in das Katastrophengebiet im Südwesten Tibets aufgebrochen. Wie das chinesische Staatsfernsehen berichtete, erreichte ein Flugzeug mit 111 Experten der Feuerwehr aus Sichuan und Peking den Flughafen in Tingri. Mit Autos würden sie von dort noch fünf bis sechs Stunden zum von der Flut überspülten Grenzübergang Gyirong benötigen, hieß es weiter.
Gletscherbruch war Ursache
Auslöser der verheerenden Sturzflut war nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS ein Gletscherabbruch. Die USGS, die zunächst ein Erdbeben als Ursache für das Unglück vermutet hatte, erklärte am Donnerstag, die gemessene seismische Aktivität sei auf die abgehende Eis- und Gerölllawine zurückzuführen gewesen.
Am Mittwochmorgen hatte die USGS zunächst ein Erdbeben der Stärke 4,4 nahe der Grenze zwischen Nepal und China gemeldet. Am Donnerstag erklärte sie dann, in der Grenzregion habe sich am Mittwoch um 8.37 Uhr Ortszeit „ein seismisches Ereignis der Stärke 5,2 ereignet“. Weitere Analysen hätten ergeben, dass es sich dabei nicht um ein Erdbeben gehandelt habe, sondern um einen Gletscherabbruch mit anschließender Eis- und Gerölllawine und „katastrophalen Folgen“.
Auch das Internationale Zentrum für integrierte Bergentwicklung (Icimod) in Kathmandu geht davon aus, dass eine Lawine aus Eis und Geröll von einem Gletscher die Sturzflut auslöste. Die Lawine habe erst den Fluss Lhende blockiert und dann die gigantische Flutwelle freigesetzt, erklärte der Icimod-Experte Saswata Sanyal.
US-Regierung sagt Hilfe zu
Die US-Regierung will Betroffene mit Notunterkünften, frischem Wasser und anderen Hilfsgütern unterstützen. Insgesamt belaufe sich die Katastrophenhilfe auf 500.000 US-Dollar (rund 430.000 Euro), teilte das Außenministerium mit. Ein Berater für Katastrophenhilfe sei in die Region entsandt worden, um den Hilfseinsatz zu unterstützen. „Die Vereinigten Staaten sprechen den Familien und Angehörigen derjenigen, die bei den verheerenden Sturzfluten im nepalesischen Bezirk Rasuwa ihr Leben verloren haben, ihr tiefstes Beileid aus“, hieß es weiter.

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