Droht seinen Nachbarn

„Bumerang“: Iran warnt USA vor Wirtschaftskrieg

Außenpolitik
24.08.2026 08:39
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der Iran warnt die USA vor den Konsequenzen des Wirtschaftskriegs, den Präsident Donald Trump ausgerufen hat. Verschärfte Sanktionen würden die Vereinigten Staaten wie ein Bumerang selbst treffen. Zugleich droht das Mullah-Regime jenen Nachbarn, die sich Washington bei Sanktionen anschließen wollen.

Mit einem Comic, den er auf der Plattform X teilte, verdeutlichte der iranische Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf die an die USA gerichtete Warnung (siehe unten). Das Einzige, was sich in einer eingefrorenen Wirtschaft bewegen würde, sei der „iranische Bumerang“, schrieb er dazu.

Droht mit neuen Blockaden
Der Chef des nationalen Sicherheitsrats, Mohsen Resai, warnte zudem die ölreichen Nachbarstaaten am Persischen Golf davor, sich an Washingtons Druckkampagne zu beteiligen. Jeder, der das tue, werde als Feind betrachtet. Man werde zunächst mit ihnen verhandeln. Sollte dies scheitern, werde der Iran Öllieferungen nicht nur durch die Straße von Hormuz, sondern auch andere Routen in der Region blockieren. Nicht ein Tropfen Öl werde den Persischen Golf passieren, sagte er im Staatsfernsehen. 

Mit einem Comic verdeutlicht Teheran seine Botschaft.
Mit einem Comic verdeutlicht Teheran seine Botschaft.(Bild: Screenshot/X/Mohammed Bagher Ghalibaf )

Sanktionen statt Bomben
Teherans Drohungen kamen vor einer für heute, Montag, angekündigten Pressekonferenz von US-Finanzminister Scott Bessent in Washington, bei der er die „härtesten Sanktionen der Geschichte“ gegen den Iran vorstellen will. Nachdem die militärischen Kampfhandlungen nachgelassen haben, wollen die USA Teheran nun wirtschaftlich in die Knie zwingen. Präsident Donald Trump hatte am Mittwoch einen „wirtschaftlichen D-Day“ für den Iran angekündigt und Unterstützern Teherans mit drakonischen Maßnahmen gedroht.

Der Iran blockiert immer noch weitestgehend den Schiffsverkehr durch die Straße von Hormuz. Am Wochenende durchquerten weniger als 20 Schiffe die wichtige Meeresstraße für Öl-, Gas- und Düngerexporte aus den Staaten am Persischen Golf. Die Blockade hat Folgen für die gesamte Weltwirtschaft. Teheran verlangt, dass Schiffe ausschließlich eine vom Iran festgelegte Route entlang der eigenen Küste nehmen. Die für die Meerenge zuständige iranische Behörde drohte bei Verstößen gegen die Regeln damit, Schiffe zu konfiszieren. Teheran will erst einlenken, wenn die USA Zugang zu eingefrorenen Vermögenswerten gewähren und Sanktionen lockern.

„Umfassender Krieg“
Unterdessen hat Irans Präsident Masoud Pezeshkian wirtschaftliche Schwierigkeiten eingeräumt. Sein Land sei „mit einem umfassenden wirtschaftlichen, militärischen und sicherheitspolitischen Krieg konfrontiert“, sagte er in einer Rede. Er sprach von „erheblichen Ungleichgewichten“ in der Versorgung mit Wasser, Strom, Gas und Benzin. Pezeahkian zeigte sich aber überzeugt, dass der Iran dem Druck standhalten werde, da das Volk zusammenstehe und widerstandsfähig sei.

Die Rede klang aber weniger gelassen als Äußerungen anderer Vertreter der iranischen Führung. So sagte Außenminister Abbas Araghtschi, wirtschaftliche Kriegsführung sei ein immer wiederkehrendes Muster und Teil der langjährigen Einschüchterungstaktik Washingtons. Der Iran habe gelernt, damit umzugehen. Tatsächlich gibt es bereits seit Jahrzehnten US-Sanktionen gegen den Iran, die das Regime mit einem ausgeklügelten System zu umgehen weiß.

Die einfache iranische Bevölkerung leidet unter einer horrenden Inflation.
Die einfache iranische Bevölkerung leidet unter einer horrenden Inflation.(Bild: AP/Vahid Salemi)

Druck steigt
Dennoch steht die iranische Wirtschaft vor einer ihrer bisher schwersten Krisen, die Inflation stieg zuletzt sprunghaft an. Die Infrastruktur des Landes wurde durch den vor rund sechs Monaten von den USA und Israel begonnenen Krieg schwer in Mitleidenschaft gezogen, inklusive Schäden an Industriebetrieben. Zudem erhöht die US-Blockade iranischer Häfen, mit der Teheran unter anderem die Einnahmen aus Ölexporten verwehrt werden sollen, den Druck weiter.

Kurz vor Trumps Ankündigung eines Wirtschaftskriegs gegen den Iran hatten die mit den USA verbündeten Vereinigten Arabischen Emirate erklärt, alle Handels- und Finanztransaktionen mit Teheran auszusetzen. Die Emirate, darunter die Metropole Dubai, sind für den Iran seit vielen Jahren wichtige Orte, um Geschäfte abzuwickeln.

Experte: Folgen verheerend
Sollte ein weiterer wichtiger Handelspartner wie die Türkei dem Beispiel folgen, wären die Folgen für den Iran verheerend, zitierte die „New York Times“ den Experten Mahdi Ghodsi vom Wiener Institut für Internationale Wirtschaftsstudien. Er sprach von einer Verschärfung des Kriegs, bis der Iran eine Einigung mit den USA erziele. „Und für den Iran wird es schlimmer sein als für die regionale oder globale Wirtschaft“, fügte er hinzu.

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