Passiert regelmäßig
So verfangen sich Wale und Co in Fischernetzen
Immer wieder verfangen sich Wale, Delfine und andere Meerestiere in Fischernetzen und verenden. Forscherinnen und Forscher der schottischen Universität St. Andrews haben jetzt ein solches Beifang-Ereignis mit einem Schweinswal vor der englischen Küste aufgezeichnet – durch einen Zufall.
Das Team hatte vor der Küste Cornwalls ein Stellnetz mit einem akustischen Überwachungssystem versehen. In der Nähe dieses Netzes suchten 2019 zwei Gewöhnliche Schweinswale minutenlang nach Nahrung, anschließend verfing sich einer von ihnen darin. Während das knapp 1,2 Meter lange Tier versuchte, sich zu befreien, stieß es mehr als 50 Rufe aus. Mehrfach hob das Netz an, bevor der Wal nach mehreren Minuten erstickte.
Er habe wohl Notsignale an den Artgenossen gesendet, schrieb das schottische Forschungsteam. Auch der andere Schweinswal stieß damals Rufe aus. Alleine in britischen Gewässern gibt es Tausende Kilometer an Fischernetzen. Laut der St. Andrews Universität ist das Verfangen von Delfinen und Schweinswalen in Fischereiausrüstung die weltweit häufigste, direkt vom Menschen verursachte Todesursache. In Großbritannien verenden schätzungsweise jährlich ungefähr 100 Schweinswale in diesem Zusammenhang.
„Einen solchen Vorfall detailliert beobachten zu können, führt einem natürlich die harte Realität des Beifang-Problems vor Augen“, sagte der Meeresbiologe Jamie Macaulay, der an der Studie mitgearbeitet hat. Die Fachleute sehen darin allerdings auch eine Chance für die Entwicklung von Schutzmaßnahmen, etwa von Netzen, die Schall reflektieren und dadurch für die Tiere besser wahrnehmbar sind. Auch Netzarten, aus denen sich große und kräftige Tierarten leichter befreien könnten, seien denkbar.
„In der Stellnetzfischerei treten Beifänge von Schweinswalen regelmäßig auf, jedoch wird leider nur ein geringer Teil dieser Beifänge gemeldet beziehungsweise abgegeben“, teilte das deutsche Bundesamt für Naturschutz mit. „Eine der Möglichkeiten, den Beifang von Schweinswalen zu dokumentieren, ist das sogenannte Totfundmonitoring von gestrandeten Tieren. 2000 bis 2014 hat sich die Zahl der jährlichen Totfunde von Schweinswalen an der deutschen Ostsee-Küste von 25 auf 129 mehr als vervierfacht.“
Die Studie ist im Fachjournal „Open Science“ erschienen.

Kronen Zeitung als bevorzugte Google-Quelle hinzufügen 








Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.