Sümpfe und Flüsse

Adria war schon bei Steinzeitmenschen beliebt

Wissen
25.08.2026 13:30
Porträt von krone.at
Von krone.at

Unter der Wasseroberfläche der nördlichen Adria verbergen sich Gebiete, die vor Tausenden Jahren von Menschen bewohnt waren. Zwischen 9000 und 4000 vor Christus lebten dort Gemeinschaften der Mittel- und Jungsteinzeit in Küstenregionen, die heute vom Meer überflutet sind.

Die Forscher rekonstruierten im Fachjournal „Quaternary Science Reviews“ durch die Kombination vorhandener Daten aus Sedimentkernanalysen und neuen, hochauflösenden geophysikalischen Daten die Entwicklung der Küstenlandschaften im nördlichen Adriaraum.

Sie konnten dabei neue Erkenntnisse über die Umweltbedingungen gewinnen, unter denen die Menschen damals lebten. Der steigende Meeresspiegel ließ nach und nach weite Ebenen, Feuchtgebiete, Lagunen und andere Küstenlandschaften im Meer verschwinden.

(Bild: sciencedirect.com)

Lagunen, Sumpflandschaften und Flussdeltas 
Die Rekonstruktionen zeigen mehrere Generationen von Küstenbarrieren – parallel zur Küste verlaufende Ablagerungen, die in der Regel als natürliche Schutzwälle wirkten – sowie dahinterliegende, häufig sumpfige Gebiete. Hinzu kamen Lagunen, Sumpflandschaften und Flussdeltas. Diese Landschaften könnten sich in Phasen eines verlangsamten Meeresspiegelanstiegs entwickelt haben und wurden dann in nachfolgenden Phasen des Meeresvorstoßes überflutet.

 „Die versunkenen Landschaften sind ein wichtiges fehlendes Puzzleteil bei der Erforschung der Vorgeschichte, insbesondere in der nördlichen Adria“, sagte Samuele Ongaro, Erstautor der Studie und Doktorand an der University of Southampton. Die Untersuchung sei ein wichtiger Schritt für die künftige archäologische Forschung in der Region. 

Ressourcenreiche Lebensräume
Die heute versunkenen Küstenfeuchtgebiete der nördlichen Adria waren laut den Experten besonders ressourcenreiche Lebensräume. Sie boten den Jägern und Sammlern des Mesolithikums günstige Bedingungen und dürften deshalb attraktive Siedlungsgebiete gewesen sein. Gleichzeitig waren die Menschen mit einer Landschaft konfrontiert, die sich durch den fortschreitenden Anstieg des Meeresspiegels kontinuierlich veränderte.

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