Abwasser rinnt in Ache

Mure traf Kläranlage: Keimalarm in Tirol

Tirol
25.08.2026 13:29

Nach einem Murenabgang auf die Kläranlage in Sölden Ende Juli ist die Lage in der Ötztaler Ache weiter angespannt. Wie das Land Tirol nun mitteilt, wurden weitere mikrobiologische Untersuchungen durchgeführt. Die Ergebnisse sind ernüchternd. Die Schifffahrtsverbote wurden ausgeweitet.

Die Ausnahmesituation an der Ötztaler Ache in Tirol ist weiter enorm. Nach dem Ausfall der Kläranlage in der Gemeinde Sölden nach einer Mure Ende Juli – die „Krone“ berichtete – wurden seitens der Gemeinde provisorische Abwasserleitungen betrieben. 

Das Gelände der Kläranlage wurde verschüttet, wahrscheinlich ist auch die Kanalzuleitung ...
Das Gelände der Kläranlage wurde verschüttet, wahrscheinlich ist auch die Kanalzuleitung beschädigt.(Bild: Christof Birbaumer)
Weiter keine Entspannung hinsichtlich der Belastung in der Ötztaler Ache.
Weiter keine Entspannung hinsichtlich der Belastung in der Ötztaler Ache.(Bild: Johanna Birbaumer)

Seitdem floss das Abwasser direkt in die Ache. Dies führte zu einer erhöhten Belastung im Fluss, die Bakterienanzahl war enorm. Seit Dienstag liegen nun die neuesten Ergebnisse vor. „Sie zeigen weiterhin keine wasserwirtschaftlichen Auffälligkeiten und kritischen Belastungen, also etwa beim pH-Wert, bei der Sauerstoffsättigung oder bei jenen Parametern die zur Beurteilung einer Nährstoffbelastung herangezogen werden“, heißt es seitens des Landes Tirol.

(Bild: Ernst Lorenzi/Sölden)
(Bild: Ernst Lorenzi/Sölden)
(Bild: Ernst Lorenzi/Sölden)
(Bild: Ernst Lorenzi/Sölden)

Aufgrund der Ausnahmesituation wurden zusätzlich weitere mikrobiologische Parameter in die Untersuchung mitaufgenommen. Diese deuten den Verdacht einer erhöhten Keimkonzentration an.

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Bakterien können vom Menschen etwa durch Schlucken des Wassers, Einatmen von Wassertropfen oder verunreinigte Hände bei der Nahrungsaufnahme aufgenommen werden.

Amtsärztin Barbara Schmid

Weitere Auswirkungen auf Schifffahrt
Für Teile der Ache wurden bereits Befahrungsverbote, etwa mit Raftingbooten, verhängt. Diese wurden nun per Verordnung auf die gesamte Ötztaler Ache erweitert. Eine Beeinflussung der Trinkwasserversorgung sei jedoch weiter nicht zu erwarten. Das Trinkwasser im Ötztal komme mehrheitlich aus höher gelegenen Quellen.

E.-Coli-Bakterien bestätigt
Im Fluss unterhalb von Sölden wurde nun eine höhere Konzentration an E-Coli-Bakterien bestätigt. Diese können Magen-Darm-Beschwerden auslösen. Vom Baden und weiter auch dem Wassersport wird seitens des Landes abgeraten. „Die Bakterien können vom Menschen etwa durch Schlucken des Wassers, Einatmen von Wassertropfen aber auch über verunreinigte Hände bei der Nahrungsaufnahme aufgenommen werden. Mögliche Folgen können etwa Magen-Darm-Erkrankungen sein. Gefährdet sind insbesondere vulnerable Gruppen – etwa Kinder, Menschen mit geschwächtem Immunsystem, ältere Menschen und Schwangere“, erklärt Amtsärztin Barbara Schmid. 

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Daher sind am Inn nach derzeitigem Informationsstand und entsprechend der aktuellen Situation keine Maßnahmen notwendig.

Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes

Gute Nachricht für Fische
Aus wasserwirtschaftlicher Sicht gäbe es nach wie vor keinen Hinweis auf eine kritische Belastung. „Grund dafür ist unter anderem der derzeit hohe Abfluss der Ache und die damit verbundene starke Verdünnung und Durchmischung – die mit Mündung in den Inn sogar nochmals um ein Vielfaches verstärkt wird. Daher sind am Inn nach derzeitigem Informationsstand und entsprechend der aktuellen Situation keine Maßnahmen notwendig“, erklärt Markus Federspiel, Vorstand der Abteilung Wasserwirtschaft des Landes.

Es bestehe somit auch keine Gefahr für Fische. Der Verzehr, bei entsprechend ordentlicher Küchenhygiene, sei möglich. Beim Angeln sowie beim Zubereiten der Fische bestehe jedoch die Gefahr, mit Bakterien in Berührung zu kommen. Es wird daher aktuell vom Fischen in der Ache abgeraten.

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