Erfindung in Japan

„Kühlschrank für Menschen“ soll Arbeiter schützen

Ausland
25.08.2026 14:34
Porträt von krone.at
Von krone.at

In Japan soll ein „Kühlschrank für Menschen“ Beschäftigten auf Baustellen, in Fabriken und Lagerhäusern schnelle Abkühlung verschaffen. Mehr als 300 Exemplare wurden seit April bereits verkauft. Die Anschaffungskosten betragen ungefähr 8000 Euro.

Laut dem Hersteller Trusco Nakayama herrschen in dem Kühlschrank 15 Grad, von oben wird ein fünf Grad kühler Luftstrom auf Kopf, Nacken und Schultern auf die Nutzerinnen und Nutzer gelenkt. Zu den Einsatzgebieten zählen derzeit Orte, an denen körperlich gearbeitet wird. Künftig sollen die Eiskästen aber auch auf Golfplätzen und vielleicht Sportstadien aufgestellt werden.

„Dank dieser Kabine konnte ich mich wirklich erholen. Wenn man sie erst einmal ausprobiert hat, merkt man, wie angenehm kühl sie ist“, sagte der 51-jährige Lagerarbeiter Isao Tabuchi aus Higashiosaka. Seit vergangenem Jahr gelten für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber in Japan strengere Regeln. Bei Hitze müssen sie ihr Personal zum Beispiel mit geeigneter Kleidung ausstatten, klimatisierte Pausenräume und Schattenplätze zur Verfügung stellen. Seit Kurzem ist es Beamtinnen und Beamten in Tokio erlaubt, in kurzen Hosen in die Arbeit zu kommen. In Japan wird auf formelle Kleidung traditionell großen Wert gelegt.

Der Großhändler Konoe bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Kühlschrank zur ...
Der Großhändler Konoe bietet seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen Kühlschrank zur Abkühlung an.(Bild: AFP/ANDREW CABALLERO-REYNOLDS)
Manche benutzen die Box mehrmals täglich.
Manche benutzen die Box mehrmals täglich.(Bild: AFP/ANDREW CABALLERO-REYNOLDS)

Mehr als 40 Grad sind Naturkatastrophe
Da passt die sogenannte „Do Hiemon Box“ jetzt gut ins Konzept. Ohne Investitionen in den Hitzeschutz sei es schwer, noch geeignetes Personal zu finden, sagte Yutaka Kono vom Großhändler Konoe, bei dem Tabuchi beschäftigt ist. Das Gelände des Unternehmens sei so weitläufig, dass nicht jede Ecke komplett klimatisiert werden könne. „Da dachte ich mir: So ein Gerät wollen wir unbedingt anschaffen.“ Der 24 Jahre alte Mitarbeiter Taichi Konishi benutzt die Box inzwischen bereits etwa dreimal täglich, oft nur kurz.

In diesem Sommer mussten in Japan landesweit 63.000 Menschen wegen der Hitze notärztlich versorgt werden. Für besonders heiße Tage gibt es nun auch einen neuen Begriff: Kokushobi, was etwa „grausam heißer Tag“ bedeutet. Damit soll den Bürgerinnen und Bürgern vermittelt werden, Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius als Naturkatastrophe zu betrachten.

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