Urkundenfälschung

Ermittlungen gegen KUGES-Chefin werden fortgesetzt

Vorarlberg
25.08.2026 13:16
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die Staatsanwaltschaft Feldkirch hat die Ermittlungen gegen Monika Wagner, ihres Zeichens Geschäftsführerin der Vorarlberger Kulturhäuserbetriebsgesellschaft (KUGES), wegen des Verdachts der Urkundenfälschung wieder aufgenommen. Grundlage dafür sei eine Entscheidung des Landesgerichts, sagte ein Sprecher.

Die im Mai eingeleiteten Ermittlungen waren zunächst eingestellt worden, weil die Staatsanwaltschaft keinen nachweisbaren Vorsatz sah. Wird ein Ermittlungsverfahren eingestellt, werden alle Verfahrensbeteiligten darüber verständigt. Diese können – so sie mit der Entscheidung nicht einverstanden sind – in weiterer Folge einen Fortführungsantrag stellen, über den das Landesgericht zu befinden hat. Das sei in diesem Fall geschehen, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, weitergehende Details nannte er nicht. Man kann aber davon ausgehen, dass der Fortführungsantrag nicht von Wagner selbst gekommen ist ... 

Anzeige kam von Landestheater-Intendantin 
Zum Hintergrund: Die damalige Intendantin des Vorarlberger Landestheaters, Stephanie Gräve, hatte am 10. Mai Anzeige gegen ihre Vorgesetzte erstattet. Wagner soll bei einer Vertragserstellung unerlaubterweise die digitale Unterschrift von Gräve verwendet haben, so der Vorwurf. Wagner selbst sprach von einem „unbeabsichtigten administrativen Fehler“.

Der Aufsichtsrat der im Eigentum des Landes befindlichen KUGES stellte sich hinter die Geschäftsführerin. Man sei überzeugt, dass Wagner „nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt“ habe, hieß es.

Bruch zwischen KUGES und Gräve
Die Anzeige bedeutete den endgültigen Bruch zwischen der KUGES und Gräve. Die Intendantin war zunächst bei vollen Bezügen von ihren Pflichten freigestellt worden, im Juni wurde das Vertragsverhältnis schließlich aufgekündigt. Der Kontrakt von Gräve, die das Vorarlberger Landestheater seit 2018 leitete, wäre noch bis 31. Juli 2028 gelaufen.

Kuges-Geschäftsführerin Monika Wagner
Kuges-Geschäftsführerin Monika Wagner(Bild: Riedmann)

Das Verhältnis zwischen Gräve und der KUGES bzw. dem Land Vorarlberg galt spätestens seit März dieses Jahres als vergiftet. Damals wurde bekannt gegeben, dass Gräves Vertrag nicht verlängert werde und „ein guter Zeitpunkt für neue Impulse“ gekommen sei. Die 1968 geborene Deutsche hätte ihrerseits bis 2030 weitermachen wollen.

Aus diesem im Grunde banalen Vorgang hat sich dann eine veritable Schlammschaft entwickelt, in der sich Gräve gekonnt als politisches Opfer stilisierte, willfährige Assistenz bekam sie dabei von Teilen der Vorarlberger Kulturszene, den Oppositionsparteien im Vorarlberger Landtag und gewissen Medien, die mit den Hintergründen offensichtlich wenig vertraut waren.  

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