Der Rückgang des ewigen Eises macht auch vor Salzburg keinen Halt – heuer könnte besonders viel davon wegschmelzen. Hoffnung auf Besserung besteht kaum, so der Gletscherforscher Bernhard Zagel von der Universität Salzburg. Er schildert der „Krone“ die aktuelle Lage.
Optisch gibt der Stubacher Sonnblickkees ein trauriges Bild ab. Hier ist das Eis über die Jahre deutlich zurückgegangen. „Die Altschneedecke war dieses Jahr besonders schnell weg“, hält Gletscherforscher Bernhard Zagel (Universität Salzburg) fest. Aufgrund der fehlenden Minusgrade waren die schützenden Schnee-Rücklagen schnell aufgebraucht. „Seit Monaten gab es keine Temperaturen unter null Grad mehr. Dies führt zu einem verfrühten Schmelzprozess, welcher den Gletscher besonders schnell abbauen lässt“, sagt der Glaziologe.
„Die Landwirte tun mir jetzt schon leid“
Die Folgen des Eisrückgangs wird vor allem die Landwirtschaft zu spüren bekommen. „Die Bauern und Landwirte tun mir jetzt schon leid“, sagt der Gletscherforscher gegenüber der „Krone“. „Österreichweit wird sich in Salzburg und Tirol der Gletscherrückgang am intensivsten bemerkbar machen“, sagt Zagel voraus.
„Alle Akteure wissen eigentlich, was zu tun ist, um sich vor den Folgen der Gletscherschmelze zu schützen“, so der Glaziologe. Ein kalter Winter aber reicht schon und das Thema ist wieder weg vom Fenster. Eines soll klargestellt sein: „Den Gletschern ist es völlig egal, wenn es sie nicht mehr gibt. Die Auswirkungen werden aber wir alle zu spüren bekommen.“
Das Jahr 2026 ist erst der Anfang der negativen Bilanz: „Selbst enorm kalte Winter helfen den Eismassen nicht, wenn die Sommer so hitzereich sind. Dieser Trend ist ausschlaggebend für die Schmelze und dieser zeigt in den letzten 20 Jahren stark nach oben.“
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