Urlaub auf Bali

Instagram-Post bringt Schweizer hinter Gitter

Ausland
21.08.2026 14:02

Ein wütender Instagram-Post kam einem Schweizer Touristen auf Bali teuer zu stehen: Weil er sich öffentlich über den hinduistischen Feiertag Nyepi und die damit verbundenen Regeln beschwerte, muss der 26-Jährige ein Jahr ins Gefängnis. Fünf Monate sind bereits verbüßt.

Für viele Insel-Besucher ist Nyepi ungewohnt: Auf Bali steht an diesem Tag das öffentliche Leben komplett still. Die Straßen sind leer, Flugzeuge bleiben am Boden. Nicht nur Einheimische, sondern auch Touristen müssen sich an die strengen Regeln halten. Ein 26-jähriger Schweizer wollte sich damit offenbar nicht abfinden – und ließ seinem Ärger in den sozialen Medien freien Lauf.

Ein Video sorgt für Ärger
Der Schweizer war im vergangenen Februar auf Bali angekommen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wurde er im Hotel über die besonderen Regeln zum „Tag der Stille“ informiert. Als er Hunger bekam und das Hotel nicht verlassen durfte, soll er die Geduld verloren haben.

Er filmte sich vor dem Hotel und veröffentlichte das Video in seiner Instagram-Story. Darin soll er unter anderem gesagt haben: „Scheiß auf den Nyepi-Tag und scheiß auch auf eure Regeln.“

Der Beitrag verbreitete sich schnell und sorgte auf der Insel für Empörung. Im März wurde der Mann festgenommen. Ein Gericht in Denpasar verurteilte ihn nun zu einem Jahr Haft. Die fünf Monate, die er seitdem in Untersuchungshaft verbracht habe, würden von der einjährigen Haftstrafe abgezogen, hieß es.

Ein Tag, an dem Bali stillsteht
Nyepi ist für die hinduistische Bevölkerung Balis einer der wichtigsten Feiertage und markiert gleichzeitig den Beginn des balinesischen Neujahrs. Für rund 24 Stunden kehrt auf der sonst von Verkehr und Tourismus geprägten Insel nahezu vollständige Ruhe ein. Einheimische, als auch Touristen sollen ihre Häuser nicht verlassen. In ihren Hotels dürfen sie sich normalerweise aufhalten, müssen dort aber ebenfalls auf Ruhe achten.

Am Vorabend sieht es noch ganz anders aus. Bei traditionellen Prozessionen ziehen riesige, kunstvoll gestaltete Dämonenfiguren – die sogenannten Ogoh-Ogoh – durch die Straßen.

Bali geht gegen respektlose Touristen vor
Religion spielt auf Bali eine besonders wichtige Rolle. Indonesien ist zwar das bevölkerungsreichste muslimische Land der Welt, auf Bali stellen Hindus jedoch die Mehrheit der Bevölkerung. Religiöse Bräuche gehören für viele Menschen selbstverständlich zum Alltag.

Gleichzeitig wird die Insel jedes Jahr von Millionen ausländischen Touristen besucht. Mit dem Massentourismus nehmen auch Konflikte zu. Immer wieder berichten die Behörden von Urlaubern, die sich respektlos gegenüber Einheimischen oder religiösen Traditionen verhalten.

Die Regierung reagiert zunehmend streng: In einigen Fällen wurden Touristen bereits abgeschoben. Der Fall des Schweizers zeigt nun erneut, dass Verstöße gegen die religiösen Regeln auf Bali für Besucher weitreichende Konsequenzen haben können.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Kommentare Banner - Die Stimme Österreichs
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt

Magazine der Kronen Zeitung