25 Minuten Todesangst
Nach Horror-Fahrt sind Schülerinnen jetzt reich
25 Minuten lang hingen zwei Schülerinnen kopfüber in rund 30 Metern Höhe fest – und fürchteten um ihr Leben. Fast zwei Jahre nach dem Horror im US-Freizeitpark hat eine Jury nun entschieden: Die beiden heute 16-Jährigen erhalten eine gewaltige Entschädigung.
Xitali Gomez-Salais und Evie Yannotta waren erst 13 und 14 Jahre alt, als sie im Juni 2024 den Oaks Amusement Park in Portland im US-Bundesstaat Oregon besuchten. Dort wagten sich die Schülerinnen auf den „AtmosFEAR“, ein schwingendes Pendel, das Betreiber Zamperla Inc. selbst als „spektakuläre Extrem-Attraktion“ bezeichnet.
Doch aus dem Nervenkitzel wurde plötzlich Todesangst. Ausgerechnet an der höchsten Stelle, als die Fahrgäste kopfüber über dem Boden hingen, blieb das Fahrgeschäft stehen. Gemeinsam mit 26 weiteren Menschen baumelten die beiden Mädchen in rund 30 Metern Höhe. Ein Augenzeuge filmte die dramatischen Minuten. Auf dem Video ist zu sehen, wie Handys und Schuhe in die Tiefe fallen.
Schreie und Todesangst in 30 Metern Höhe
Die Situation muss für die Eingeschlossenen kaum auszuhalten gewesen sein. Laut Gerichtsunterlagen des Bezirks Multnomah schrien Fahrgäste aus Angst um ihr Leben, „übergaben sich, weinten, wurden ohnmächtig und beteten zu Gott“.
Gomez-Salais und Yannotta schilderten vor Gericht, wie sich das Blut in ihren Köpfen und Gesichtern zu stauen schien. Dazu kamen Atemprobleme – und die quälende Angst, die Sicherheitsbügel könnten plötzlich aufspringen. Ihr gesamtes Körpergewicht hing zu diesem Zeitpunkt an den Bügeln.
Ich habe dort oben die größte Angst erlebt, die ich jemals verspürt habe.
Schülerin Evie Yannotta (16) vor Gericht
Besonders eindringlich schilderte Yannotta später ihre Todesangst. Sie habe damals „die größte Angst erlebt, die ich jemals verspürt habe“. Gomez-Salais klagte nach dem Erlebnis laut den Angaben vor Gericht unter anderem über eine posttraumatische Belastungsstörung, Brustschmerzen, Schrecken, Angst und seelische Belastung.
Rettungsstange brachte Fahrgeschäft nach unten
Erst nach 25 Minuten gelang die Befreiung. Oaks-Park-Wartungsleiter Tom Childs setzte dafür eine rund 1,50 Meter lange Rettungsstange ein, die er sich von der Feuerwehr geliehen hatte. Damit konnte der „AtmosFEAR“ schließlich wieder nach unten bewegt werden.
Nun hatte der Vorfall ein millionenschweres Nachspiel. Nach drei Verhandlungstagen entschieden die Geschworenen mit zehn zu zwei Stimmen zugunsten der beiden heute 16-jährigen Mädchen. Die Jury sah es als erwiesen an, dass das Fahrgeschäft nicht den Sicherheitsstandards entsprochen hatte.
Oaks Park und Zamperla müssen Xitali Gomez-Salais und Evie Yannotta jeweils 275.000 Dollar zahlen – zusammen also 550.000 Dollar Schmerzensgeld. Insgesamt hatten neun Fahrgäste den Oaks Park nach dem Horror-Erlebnis verklagt. Sechs dieser Fälle wurden inzwischen außergerichtlich beigelegt.

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