Innsbrucks Bergretter kommen in diesem Sommer fast nicht zur Ruhe. Die Kranebitter Klamm im Westen der Stadt erweist sich als regelrechter „Hotspot“, doch auch anderswo sind die freiwilligen Einsatzkräfte gefordert.
Insgesamt 20 Einsätze im Juli und bisher schon 25 (!) Einsätze im August: Die Innsbrucker Bergretter kommen in diesem Sommer kaum zum Verschnaufen. Als eine Art negativer Hotspot hat sich bisher die Kranebitter Klamm erwiesen. Schon viermal musste das Team um Ortsstellenleiter Bruno Berloffa im Sommer 2026 dorthin ausrücken.
Kein offizieller Steig oder Weg
„In allen Fällen sind Wanderer abseits von den ohnehin schon fordernden Steigen direkt in die Klamm hinein gegangen“, schildert Berloffa. Das Problem: Es gibt hier keinen offiziellen Steig oder Weg.
Da und dort befinden sich alte Leitern, um Geländestufen zu überwinden. Diese Hilfsmittel sind jedoch teilweise beschädigt, weil sie nicht mehr gewartet werden. Und der Pfad selbst ist grundsätzlich nicht leicht zu finden. Die Konsequenz: Sie verliefen sich oder kamen in dem felsigen Gelände nicht mehr weiter.
Statt Dank Vorwürfe
Doch statt für den ehrenamtlichen Einsatz der Bergretter dankbar zu sein, gibt es oft sogar Vorwürfe. Man hätte Schilder aufstellen müssen, bekommen die Einsatzkräfte zu hören. Berloffa: „Zur Tourenplanung gehört auch, sich mit dem Gelände auseinanderzusetzen.“
Kein Handyempfang in Klamm
Was außerdem viele in der Klamm nicht auf dem Radar haben: Darin gibt es keinen Handyempfang!
Es wird oft vergessen, dass wir alle freiwillig und unentgeltlich in der Freizeit im Einsatz stehen.

Bruno Berloffa, Ortsstellenleiter Bergrettung Innsbruck
Bild: Johanna Birbaumer
Bergretter trafen auf schlafendes „Opfer“
Eine schlaflose Nacht hat die Bergretter ein Sucheinsatz nach einem Wanderer auf dem Karwendelhöhenweg gekostet. Der Alpinist war langsamer als seine Gruppe. Als er dann nicht, wie vereinbart, am Solsteinhaus eintraf, schlugen die Kollegen Alarm. Die Bergretter fanden ihn schließlich wohlbehalten und schlafend entlang des Weges.
Römerin auf Nordkette überfordert
Fast kurios war der Fall einer schlecht ausgerüsteten Römerin, die – nur zehn Minuten von der Seegrube entfernt – in Panik verfiel. Die Frau saß am Boden und traute sich nicht einmal aufzustehen. Die Bergretter brachten sie sicher zur Seegrube zurück.
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