Wegen Instagram und Co

Buchhandel unter Druck, aber Jugend liest wieder

Oberösterreich
21.08.2026 12:00

Der Buchhandel gewinnt durch Instagram, TikTok und Co. die verloren geglaubte Zielgruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen zurück. Trotzdem steht die Branche unter Druck. Welche Schmöker immer weniger über den Landentisch gehen, verrät Branchensprecherin Sabine Weißensteiner im „Krone“-Gespräch.

„Bei der Jugend, zwischen 17 und 25 Jahren, da gibt es jetzt niemanden, der im Sommer ohne Buch wohin fährt. Das ist ein Hype in dieser Altersgruppe, an das kann ich mich in den letzten 40 Jahren nicht erinnern“, sagt Sabine Weißensteiner, Sprecherin des Buchhandels in Oberösterreich. Grund für die unerwartete Rückkehr der Jugend in die Buchhandlungen sind ausgerechnet die oft verteufelten Sozialen Medien: Lese-Trends und Buchempfehlungen auf Instagram, TikTok und Co. befeuern den Kauf von Schmökern.

„All das, was man googeln kann, da verlieren wir“
Das zeigt sich auch in den Zahlen: Der stationäre Buchhandel in Österreich machte im Vorjahr mit Kinder- und Jugendbüchern um 0,6 Prozent mehr Umsatz. Auch bei der Belletristik (+1,4%) und Sachbüchern (+0,4%) gab es ein leichtes Wachstum. In Summe reichte das aber nicht aus, um den allgemeinen Abwärtstrend umzukehren: Der Gesamtumsatz sank im Vergleich zum Jahr davor um 1,4 Prozent, der Absatz gar um knappe vier Prozent.

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All das, was man leicht und schnell googeln kann, da verlieren wir.

Sabine Weißensteiner, Sprecherin des Buchhandels in Oberösterreich

„All das, was man leicht und schnell googeln kann, da verlieren wir“, sagt Weißensteiner, selbst Inhaberin der Buchhandlung Fürstelberger in Linz. Das betreffe zum Beispiel Wissenschafts- und Gesundheitsbücher.

Elf Prozent weniger Buchhändler als vor zehn Jahren
Und so sank auch die Zahl der Buchhändler in Oberösterreich seit 2015 um elf Prozent. In den vergangenen Jahren ist die Anzahl der Betriebe aber stabil geblieben – siehe Grafik weiter unten. „Die steigenden Kosten sind für alle ein Problem“, sagt Weißensteiner.

(Bild: Krone KREATIV/stock.adobe.com)

„Online ist OK, aber ...“
Den Buchhändlern bleiben im Schnitt 25 bis 30 Prozent vom Verkaufspreis der Schmöker – davon müssen sie etwa Miete und Personalkosten bezahlen. „Wir hätten gerne fünf statt zehn Prozent Mehrwertsteuer auf Bücher, um die Branche zu stärken“, so Weißensteiner. Dazu kommt für die stationären Händler noch die Online-Konkurrenz: Versandriese Amazon startete sein heutiges Milliarden-Geschäft mit dem Verkauf von Büchern. „Wir sind die Branche, die diese Bedrohung als erstes hatte“, sagt Weißensteiner. Aber man habe schnell reagiert: „Wir haben die eigenen Online-Auftritte professionalisiert, sodass man sagen kann: Online ist OK, aber bitte bestellt regional online.“

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