Der für den Wasserrechtsbescheid zuständige Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) präsentierte am Donnerstag neue Details und Auswirkungen auf die Enns. Mega-Bau in Kronstorf bleibt weiter umstritten.
Seit dem Spatenstich für das Google-Rechenzentrum in Kronstorf wird heftig über dessen Dimensionen diskutiert – vor allem über den Strom- und Wasserbedarf. Am Donnerstag legte Umweltlandesrat Stefan Kaineder erstmals Details der wasserrechtlichen Bewilligung auf den Tisch. Demnach darf Google über ein Brunnenfeld nahe der Enns maximal 202,78 Liter Wasser pro Sekunde für die Kühlung entnehmen. Pro Jahr sind das bis zu 5,55 Mio. Kubikmeter. Das Wasser stammt dabei laut Gutachten zu 91 Prozent aus der Enns.
Bei einem „Stress-Test“ mit einer höheren Entnahme als tatsächlich genehmigt wurden Absenkungen des Grundwasserspiegels von maximal 14 Zentimetern errechnet. „Bei fachgerechter Errichtung und Einhaltung der vorgeschriebenen Bedingungen sind keine Beeinträchtigungen bestehender Trink- und Nutzwasserbrunnen zu erwarten“, lautet die Einschätzung der Sachverständigen.
Interessant ist dabei, was mit dem Wasser nach der Kühlung passiert. Denn während Google maximal 202,78 Liter pro Sekunde entnehmen darf, dürfen höchstens 98,89 Liter wieder in die Enns zurückgeleitet werden, der Rest verdunstet bei der Kühlung.
Und auch dafür gibt es klare Vorgaben: Das Wasser darf bei der Einleitung höchstens 30 Grad warm sein. Die Auswirkungen auf den Fluss sollen laut Berechnungen überschaubar bleiben. Selbst im ungünstigsten Szenario würde sich die Enns um maximal 0,85 Grad erwärmen. Der zulässige Grenzwert liegt bei drei Grad.
Obwohl Kaineder für das Wasserrechtsverfahren zuständig ist, bleibt er dem gesamten Projekt gegenüber kritisch: „Wer einen Weltkonzern mit ,Googlehupf‘ und rotem Teppich in Oberösterreich begrüßt, muss den Menschen auch erklären, was dieses Projekt für ihr Land bedeutet“, hält er wenig von der Begeisterung der ÖVP für das Projekt.
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