Fürsorglicher Helfer

Storch „Hansl“ ist wieder zurück im Nest!

Burgenland
19.08.2026 10:59

Zwei verletzte Jungstörche fanden in Unterrabnitz einen fürsorglichen Helfer. Hans Mandl kümmert sich mit großer Liebe um die Tiere.

Wenn am späten Nachmittag im Dorf die ersten großen Flügel am Himmel auftauche, ist man sich sicher: Die Hansl-Bande ist wieder da. Denn was für andere einfach nur Störche sind, sind für Josef Mandl längst alte Bekannte. Und eines haben sie bei ihm offenbar alle gemeinsam: „Bei mir heißen alle Störche immer Hansl.“

Am Bein verletzt
Heuer wurde die Beziehung zwischen Mensch und Storch allerdings besonders innig. Das Paar, das Jahr für Jahr aufs Pfarrhaus-Dach zurückkehrt, bekam dieses Mal gleich vier Junge. Doch zwei der kleinen Adebare hatten einen denkbar schlechten Start ins Storchenleben. Einer verletzte sich beim ersten Flugversuch am Bein, der andere am Flügel. Für Mandl war sofort klar: Die beiden Burschen bekommen eine zweite Chance.

Er nahm sich der verletzten Jungstörche an: Täglich steht seit rund vier Wochen frischer Fisch und Wasser auf dem Speiseplan. Mit viel Geduld und Fürsorge wurden aus den verletzten „Hansln“ wieder flugsichere und topfitte Störche.

Die Storchenfamilie ist zurück auf dem Pfarrhaus-Dach.
Die Storchenfamilie ist zurück auf dem Pfarrhaus-Dach.(Bild: Christoph Gugola)

Störche ziehen durch die Lüfte
Mittlerweile haben die Jungstörche ihre Freiheit wieder. Tagsüber ziehen sie über Unterrabnitz ihre Kreise, kühlen sich am Bach ab und erkunden die Umgebung. Am späten Nachmittag kehren sie zum Pfarrhof zurück. Genau das macht Mandl am stolzesten. Voller Freude beobachtet er täglich, wie seine Schützlinge wieder selbstständig durch die Lüfte ziehen.

Dass sich die Störche in Unterrabnitz ausgesprochen wohlfühlen, ist nicht neu. Schon seit vielen Jahren kommen die Tiere regelmäßig wieder. Und sie nehmen ihre Aufgabe als Ortsbewohner offenbar besonders ernst. Ein Storch sorgte im Vorjahr für große Aufmerksamkeit, als er immer wieder seelenruhig über die Hauptstraße spazierte und den Verkehr lahm legte. Doch auch fremde Gärten wurden vom neugierigen Storch genaustens inspiziert, als er in ein offen stehendes Haustor spazierte.

Großes Herz für Tiere
Vielleicht ist aber genau dies das Geheimnis der Unterrabnitzer Störche. Hier im Dorf werden sie nicht bloß geduldet, sondern sie gehören längst zum Ortsbild. Und Josef Mandl hat gezeigt, wie viel Menschlichkeit hinter einem kleinen Hilfseinsatz für ein verletztes Tier stecken kann.

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