Trainer nennt Punkte

Das fehlt Salzburgs Leichtathleten zur Spitze

Während die österreichischen Leichtathleten bei der EM in Birmingham Bestzeiten und – weiten jagten, vermisste man Salzburger Teilnehmer. Doch für die Qualifikation für ein Großereignis fehlt es hier an einigem. Landestrainer Jan May sieht dennoch eine Sportlerin, die einiges an Talent mitbringt.

Bei der Leichtathletik-EM in Birmingham vergangene Woche waren 1645 Sportler aus 49 Nationen im Einsatz. Das österreichische Team schickte ein Rekordteam von 24 Athleten nach England. Salzburger suchte man bei den unterschiedlichsten Bewerben aber vergeblich. Nur die Wahl-Salzburgerin Eva Wutti (Club RunAustria) qualifizierte sich für den Marathon. Die Union Salzburg, größter Verein des Bundeslandes, stellte keinen einzigen Teilnehmer beim Großereignis.

Jan May im Training mit Amira Simon.
Jan May im Training mit Amira Simon.(Bild: Jan May)

Warum hinkt Salzburg in dieser Weltsportart so hinterher? „Die Infrastruktur ist zu schlecht“, erklärt Landestrainer Jan May. Damit spricht der Deutsche die medizinische und physiotherapeutische Betreuung, das Trainingsequipment oder auch ein vernünftiges Quartier, in dem Sportler schlafen und essen können, an. „Ich weiß, was es für Profis braucht. Es sind viele Punkte, die da zusammen spielen.“

In der Leichtathletik braucht es mehr Sportler
Generell fehle in Salzburg aktuell auch die breite Masse. Denn laut May setze sich die Spitze aus der Basis zusammen. Dafür nennt er ein Beispiel: „Wenn wir vier österreichische potenzielle Finalteilnehmer haben, dann brauchen wir in der Jugend 400, im Schülerbereich 4000 Sportler. Eine gute Basis mit vielen Talenten ist das A und O.“ Das ist hierzulande aber nicht der Fall. Die Leichtathletik, bei den Olympischen Sommerspielen neben Schwimmen die größte Sportart, hat in der Alpenrepublik keinen großen Stellenwert. „So wie ich das mitbekomme, kommt zuerst Fußball, dann Fußball und dann nochmal Fußball. Dann lange nichts und danach erst Wintersport. Das ist überall in Europa so, dass eine dominante Sportart existiert.“

Marie-Theres Gruber erlitt in Amerika einen Ermüdungsbruch, ist jetzt wieder in Salzburg.
Marie-Theres Gruber erlitt in Amerika einen Ermüdungsbruch, ist jetzt wieder in Salzburg.(Bild: Marie-Theres Gruber)

Marie-Theres Gruber kämpft sich zurück
Trotz all dieser Umstände gebe es dennoch Leute mit Potenzial in Salzburg. „Dass mal jemand bei einer EM mitmachen kann, kann schon passieren“, macht der Coach durchaus Hoffnung. Chancen auf eine gute Karriere hat Mittel- und Langstreckenläuferin Marie-Theres Gruber. Die 23-Jährige hatte zuletzt in den USA allerdings einen Ermüdungsbruch, ist seit Anfang Sommer wieder in der Heimat und kehrt auch nicht mehr in die Staaten zurück. „Sie ist wieder gut im Training. Ich hoffe, dass sie nächstes Jahr wieder durchstarten kann“, sagt May. Egal wer, ein gutes Aushängeschild würde die Leichtathletik dringend benötigen: „Man braucht die sportlichen Persönlichkeiten!“

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