Tracht, Wein, Musik und jede Menge Stimmung: Neustift am Walde hat sich ab sofort wieder in Wiens größte Partyzone verwandelt. Die „Krone“ ist wie immer mittendrin und berichtet live.
Wenn gefühlt die halbe Stadt in Dirndl und Lederhose in die Döblinger Weinberge nach Neustift am Walde pilgert, dann herrscht im sonst so beschaulichen Heurigenort der absolute Ausnahmezustand.
Was einst als kleines Dorffest begann, verwandelt die idyllischen Gassen am Fuße des Kahlenbergs alljährlich in eine riesige Feiermeile. Bis kommenden Montag werden insgesamt über 100.000 Besucher erwartet. Drohnen, Betonsperren verhübscht durch Palmen, dutzende Polizeibeamte und private Securitys sorgten für die notwendige Sicherheit. Kirtagsorganisator und Heurigenwirt Peter Wolff, zeigte sich am ersten Tag jedenfalls zufrieden, obwohl die offizielle Eröffnung ins Wasser fiel.
Ich bin heute erst zum zweiten Mal am Neustifter Kirtag. Aber mir ist es wichtig, Traditionen zu erhalten.

Elias (18), Student
Bild: Peter Tomschi
Wir freuen uns, dass wir hier am Kirtag endlich wieder einmal unsere Tracht ausführen können.

Sophia (26), Studentin und Marie (17), Schülerin
Bild: Peter Tomschi
Trotz des Starkregens ließ sich niemand die Stimmung verderben. Die alljährliche Brauchtumsveranstaltung ist aber auch immer ein politisches Schaulaufen, ganz egal, ob gerade eine Wahl ansteht oder nicht. Das Farbspektrum war diesmal wieder sehr bunt gemischt.

Mit dabei waren unter anderem die beiden Vizebürgermeisterinnen Barbara Novak (SPÖ) und Bettina Emmerling (Neos), Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP), Wirtschaftsminister Wolfgang Hatmannsdorfer (ÖVP), FPÖ Wien-Chef Dominik Nepp, ÖVP Wien-Chef Markus Figl, Philipp Kucher, Klubobmann des SPÖ-Parlamentsklubs, Gemeinderat Hans Arsenovic (Grüne) sowie Döblings Bezirksvorsteher Daniel Resch (ÖVP).
Seit dem Jahr 2020 zählt das Hiatabaumaufstellen und der Umzug mit der Hauerkrone sogar zum immateriellen UNESCO-Kulturerbe. Dieser Brauch rührt aus der Mitte des 18. Jahrhunderts: Damals zogen die Neustifter Winzer mit einer Erntedankkrone zu Kaiserin Maria Theresia und baten um Steuerfreiheit, nachdem sie schlechte Erträge in eine schwierige wirtschaftliche Situation gebracht hatten.
Und die Kaiserin erließ ihnen nicht nur die Zahlungen, sondern gab ihnen auch die Krone zurück, mit der Auflage, jedes Jahr einen Kirtag abzuhalten. Aufgrund der großflächigen Sperre der Rathstraße wird die Anreise mit den Öffis, insbesondere mit der Buslinie 35A empfohlen.
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