GUTEN MORGEN

Noch keine Hilfe | „Intellektuelle Dürre“

Noch keine Hilfe. Die Dürre vorbei? Gestern hat es ja in weiten Teilen Österreichs geregnet. Zumindest ein wenig. Oder sehr wenig. Auf jeden Fall gilt überall: Es hat viel zu wenig geregnet – und es kommt zumindest kurzfristig auch nur ganz wenig bis nichts an Feuchtigkeit dazu. Das heißt, dass die Dürre durch diesen Niederschlag nicht einmal gemildert wird, die Bauern weiter nach Niederschlägen lechzen müssen. Aber bei weitem nicht nur die Landwirte, sondern auch viele andere, von den Heimgärtnern bis zu den Stromerzeugern, denen das Wasser für die in Österreich so essenziellen Flusskraftwerke fehlt. Und was tut die Politik? Sie hat es trotz wochenlanger Dürre noch immer nicht geschafft, sich über Hilfen für die Bauern zu einigen.

„Intellektuelle Dürre“. Mit der Bewältigung dieser Krise beschäftigt sich heute in der „Krone“ auch Claus Pándi in seiner Kolumne. Er zitiert einen Kollegen, der nach dem „kläglichen Auftritt des Landwirtschaftsministers“ in der „ZiB 2“ meinte, dass Österreich nicht nur mit der großen Hitze, sondern auch mit einer „intellektuellen Dürre“ zu kämpfen habe. Pándi findet, zwar, dass dies eine harte Diagnose sei und meint, dass man mit Norbert Totschnig vielleicht Nachsicht üben sollte, denn dieser wirke derartig rührend unschuldig, als träfen ihn jetzt die Nachrichten von der Erderhitzung wirklich vollkommen überraschend. Doch nun richte die „Raiffeisen Zeitung“, das wie unser Autor es formuliert „für die ÖVP-Führungskader maßgebliche Zentralorgan“, eine unmissverständliche Botschaft an den Landwirtschaftsminister, indem sie auf dem Titelblatt und auf vier weiteren Seiten vor vertrocknenden Feldern und immer häufigeren Wetterextremen warnt und ein düsteres Bild von auf sich alleine gestellten Bauern gezeichnet. Das sei, meint Pándi, fast wie früher, wenn aus dem Kreml über die „Prawda“ ein Erlass an einen treuen Genossen aus dem Politbüro erging. Er schreibt: „Und genauso haben heute ÖVP-Politiker zu liefern. Sie wissen: Wer unter dem Giebelkreuz aufsteigt, fällt auch unter dem Giebelkreuz. Das dafür meistens weich.“ Ob der Landwirtschafts- und Umweltminister allerdings imstande ist, zu liefern?

Kommen Sie gut durch den Dienstag!

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