Sicherheit im Land

Vorarlberg kämpft für attraktivere Polizeijobs

Vorarlberg
16.08.2026 15:17
Vorarlberg will den Polizeiberuf attraktiver machen und dafür Sorge tragen, dass sich die personelle Lage entspannt. Sicherheitslandesrat Markus Klien (FPÖ) sieht allerdings auch den Bund in der Pflicht.

Zuletzt hatte die angespannte Personallage der Vorarlberger Polizei wieder einmal für Schlagzeilen gesorgt: Während alle anderen Bundesländer Kräfte nach Wien schicken, um dort die Jugendkriminalität zu bekämpfen, bleiben Vorarlbergs Polizisten zuhause. Mehr noch: Um alle Agenden erledigen zu können, ist man hierzulande selbst auf Hilfe von außerhalb angewiesen. Laut offiziellen Angaben werden – nicht zum ersten Mal – zehn bis 20 zusätzliche Beamte nach Vorarlberg versetzt. Sicherheitslandesrat Klien betont, dass man ständig Impulse setze, um dem Personalmangel Herr zu werden. Die Planungshoheit und das Budget für die Polizei seien jedoch Bundessache: „Zentrale Weichenstellungen müssen auf Bundesebene erfolgen“, stellt Klien unmissverständlich klar. 

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Vorarlberg kann Impulse vor Ort setzen, aber zentrale Weichenstellungen müssen auf Bundesebene erfolgen.

Sicherheitslandesrat Markus Klien

Bedenken zum neuen Dienstzeitsystem
Derzeit scheint der Bund aber eher zusätzliche Steine in den Weg zu legen, anstatt diese zu entfernen. Besonders das in Vorarlberg erprobte neue Dienstzeitsystem (DZM) sieht Klien kritisch: Diese bringe nach ersten Erkenntnissen keine Verbesserungen, sondern könnte zu Gehaltseinbußen führen, warnt der FPÖ-Landesrat. Er kündigte bereits an, sich beim Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) „mit aller Konsequenz“ dafür einzusetzen, dass diesbezüglich nachjustiert wird. Rückendeckung hierfür gibt es vom Vorarlberger Landtag, der jüngst einstimmig beschlossen hat, dass Verschlechterungen für die Polizistinnen und Polizisten inakzeptabel seien.

Personaloffensive zeigt Erfolge
Immerhin gibt es auch positive Anzeichen. Erst im Mai ist die Sicherheitsvereinbarung zwischen Bund und Land erneuert worden. Diese sieht unter anderem eine bedarfsgerechte Personalanpassung vor. Seit 2014 stieg die Zahl der Exekutivstellen in Vorarlberg von 865 auf 987 (Stand 1. April 2026). Für 2026 sind weitere Neuaufnahmen geplant, zudem beginnt mit 1. September die Aufnahmekampagne für 60 neue Polizeischülerinnen und -schüler. 

Klien zeigt sich jedenfalls guter Dinge, dass die „Amtshilfe“ aus anderen Bundesländern bald Geschichte sein wird: „Wir investieren in die Zukunft der Polizei und schaffen attraktive Perspektiven für den Berufseinstieg.“

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