Betroffene erzählt

Wald in Flammen: „Himmel war bereits tiefschwarz“

Niederösterreich
15.08.2026 06:00

Bereits zum zweiten Mal innerhalb weniger Tagen brach im Föhrenwald bei St. Egyden in Niederösterreich ein verheerendes Feuer aus. Diesmal mussten sogar 250 Menschen evakuiert werden, das Flammenmeer war nur noch rund 50 Meter von einer Siedlung entfernt. Die meisten Betroffenen durfte jedoch noch am Freitagabend in ihre Wohnungen und Häuser zurück. 

„Die Feuerwehr hat um 13.20 Uhr angeklopft und gesagt, dass wir sofort wegmüssen“, erzählt Maria S. im Gespräch mit der „Krone“. Sie wohnt in den Holzbauwohnungen „Am Waldstrand“. „Der Himmel draußen war bereits tiefschwarz“, so die junge Frau weiter.

Sie wurde wie viele andere – darunter auch alleinstehende Personen im Rollstuhl – von den Rettungskräften ins Gemeindezentrum von St. Egyden gebracht. „Dort hat mich meine Mutter abgeholt.“ Wie lange sie nicht in ihre Wohnung zurück könne, konnte ihr zu diesem Zeitpunkt niemand sagen.

Im Gemeindezentrum von St. Egyden wurden die evakuierten Personen versorgt.
Im Gemeindezentrum von St. Egyden wurden die evakuierten Personen versorgt.(Bild: Doris Seebacher)

Zeit, um Kleidung oder andere wichtige Dokumente einzupacken, blieb ihr nicht. „Nur meinen Laptop konnte ich noch schnell schnappen“, so Maria S., die wie rund 250 weitere Personen vor den Flammen flüchten musste. Die meisten von ihnen durften am Freitagabend in ihre Häuser und Wohnungen zurückkehren, nur für die Kamper-Siedlung bleibt die Evakuierung aufrecht.

Mehr als 830 Feuerwehrleute und elf Hubschrauber im Einsatz
Über 60 Hektar sind vom neuen Großbrand betroffen, die Rauchsäule war kilometerweit sichtbar. Mehr als 830 Feuerwehrkameraden von rund 90 Feuerwehren kämpften gegen die Flammen an, Unterstützung bekamen sie von je vier Hubschraubern des Innenministeriums sowie des Bundesheeres – darunter drei Black Hawks und ein Leonardo – und drei Helikopter von privaten Firmen. Im Einsatz war zudem der Sonderdienst Waldbrand.

Die gewaltige Rauchsäule war weithin sichtbar.
Die gewaltige Rauchsäule war weithin sichtbar.(Bild: APA/DIANA JAEGER)
Nur dem beherzten Einsatz zahlreicher Feuerwehrleute zu Boden war es zu verdanken, dass die ...
Nur dem beherzten Einsatz zahlreicher Feuerwehrleute zu Boden war es zu verdanken, dass die Flammen nicht auf Häuser und Wohnungen übergriff.(Bild: BKF Neunkirchen)

Das Rote Kreuz war mit 44 Rettungskräften – darunter Spezialisten für Krisenintervention – und der Arbeiter-Samariter-Bund mit 63 Mitarbeitenden vor Ort, auch mehrere Züge des Katastrophenhilfsdienstes halfen bei der Evakuierung. Mehrere Einsatzkräfte der Feuerwehr mussten medizinisch an Ort und Stelle versorgt werden.

Brand unter Kontrolle, nun Kampf gegen neues Aufflammen
Gegen 18 Uhr konnte der Brand unter Kontrolle gebracht werden, teilte das Bezirkskommando mit: „Damit ist der Einsatz allerdings noch keineswegs beendet. Die weiteren Arbeiten konzentrieren sich auf die Bekämpfung verbliebener Glut- und Brandherde sowie darauf, ein erneutes Aufflammen und eine weitere Ausbreitung zu verhindern.“

Die Feuerwehr appellierte an die Bevölkerung, das Gebiet großräumig zu meiden. Zufahrts- und Einsatzwege müssen „jederzeit freigehalten werden“, wurde betont. „Wer sich unnötig dem Einsatzgebiet nähert, behindert nicht nur die Arbeit der Einsatzkräfte, sondern bringt auch sich selbst in Gefahr“, lautete die Warnung.

Der Brand vergangene Woche hatte sich auf bis zu 100 Hektar ausgedehnt. Verursacht worden sein soll der Brand nach Ermittlungen der Polizei durch Phosphor in Munitionsteilen einer Ende des Zweiten Weltkrieges gesprengten Fabrik.

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