Pigs „Befreiungsschlag“. Es sind große Worte, die vom Küniglberg in die Republik schallen. „Das heute ist ein riesiger Befreiungsschlag“, verkündete der künftige ORF-Generaldirektor Clemens Pig bei der Vorstellung seines 13-köpfigen Direktorenteams am Dienstag. „Wir stehen hier als freies Team“, versicherte Pig, der mit aller Kraft versucht, den Eindruck zu verwischen, er sei von Kanzler und Vizekanzler „ausgepackelt“ worden. Noch nie habe es so einen transparenten Prozess bei der Auswahl der Direktoren gegeben, „in völliger politischer Freiheit“. Um später zu unterstreichen, „dass sich der ORF von der Politik emanzipiert hat“. Bei einigen dieser vollmundigen Ansagen wurde Pig vom schwerst belasteten roten ORF-Stiftungsratschef Lederer sekundiert, gegen den die Justiz ermittelt. Während dessen ÖVP-Stellvertreter Schütze gerade das Weite gesucht hat.
Emanzipierter ORF. Kommt der ORF nun also zur Ruhe? Nach allem, was in den letzten Monaten rund um Pigs Bestellung zu hören und erleben war? Nach all den Skandalen, die zu Abberufungen, Freistellungen und Kündigungen von mehreren ORF-Führungskräften führten? Nach allem, was man über den Stiftungsrat beziehungsweise dessen Vorsitzenden erfahren musste? Nein, der ORF wird nicht zur Ruhe kommen. Dafür sorgt auch der künftige General selbst, wenn er – was von der Politik umgehend zurückgewiesen wurde - in der „ZiB 2“, also seinem „eigenen“ Sender, droht, eine Erhöhung der Haushaltsabgabe sei „absolut ein Modell“. So etwas in den Raum zu stellen – ist es das, was Pig als „Emanzipation von der Politik“ sieht?
Kommen Sie gut durch den Donnerstag!
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