


Ausgerechnet ein herabstürzender Engel in der Kirche befördert Firlinger vom Leben zum Tod. Der fromme Mann und langjährige Mesner ist sich sicher, in den Himmel aufgenommen zu werden. Doch diese Sicherheit schwindet mit der Zeit immer mehr.
„Heute bin ich gestorben. Ein Engel hat mich geholt. Mich erschlagen. Ich war wie jeden Tag in der Kirche. Ganz in mein Gebet versunken, sitze ich auf meinem Stammplatz, da höre ich etwas über mir, ein leises Krachen und Knirschen, ich blicke nach oben, da bricht ein Sandsteinengel aus der Balustrade und fliegt mir auf den Kopf. Geschätzte zweihundert Kilo aus acht Metern Höhe. Bumms. Ich war sofort tot. Vermutlich Schädelbruch, vermutlich Hirnaustritt. Vermutlich klebt auf den Kirchenbänken mein Hirn und mein Blut. Es geht mir hervorragend. Gleich werde ich bei Gott sein. Halleluja!“
Doch im Monolog des Toten entstehen bald Zweifel, ob Gott ihn noch holen wird. Firlinger bereut sein frommes Leben schließlich, hadert mit seinen stets so gut gemeinten Entscheidungen. Immer öfter kommt in ihm das Gefühl auf, etwas versäumt zu haben.



Obwohl lediglich eine Person und ein Sessel auf der Bühne stehen, sparsam Musik und Licht eingesetzt werden, ist die Inszenierung von Peter Paul Beck keine Sekunde langweilig. Das Publikum fühlt mit Firlinger mit, lacht, hat Tränen in den Augen.
„Firlinger“ – Eine tragische Komödie von Norbert Silberbauer über einen Mann, der all seine Entscheidungen erst dann hinterfragt, wenn es bereits zu spät ist.
Premiere heute, Donnerstag (13.8., 20 Uhr), im Pflegerhauskeller am Fuße der Burg Hochosterwitz, Hochosterwitz 4, Launsdorf.
Vorstellungen auch am 14., 20., 21., 27. und 28. August. Karten überall, wo es Ö-Tickte gibt und auf der Ö-Ticket-Plattform.
Ein großartiges Stück, hervorragend gespielt von Alexander Schwab, der mit „Firlinger“ im Vorjahr in seiner Heimatstadt St. Andrä im Lavanttal überzeugte und glücklicherweise noch einige Vorstellungen in Launsdorf gibt. Nicht versäumen!
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