Der gemeinnützige Verein „Soccer Girl Academy“ steht vor dem Ende, alle Kurse werden eingestellt. Der Vereinsobmann und die Gemeinde Maria Rain beschuldigen sich gegenseitig. Kärntner Landessportdirektor Arno Arthofer appelliert an die Kooperationsbereitschaft aller Beteiligten.
„Wir waren dort nie erwünscht“, sagt Gerhard Markun, Vereinsobmann der „Soccer Girl Academy“ im Gespräch mit der „Krone“. Mit „Dort“ meint er die Gemeinde Maria Rain, wo der Verein seit 2020 ansässig ist. Markun bemängelt diesbezüglich auch die „fehlende Wertschätzung und Unterstützung“ der Politik sowie die fehlende kommunale Vereinsförderung.
Sportreferent und Vizebürgermeister Edgar Kienleitner nennt dafür Gründe: „Die ,Soccer Girl Academy’ hat keinen Anspruch auf kommunale Förderung, weil es sich beim gepachteten Grundstück um ein Privatgrundstück handelt. Außerdem ist der Vereinssitz in Glainach, was in die Verantwortung der Gemeinde Ferlach fällt.“ Kienleitner betont zudem, dass nie ein offzieller Förderantrag an die Gemeinde gestellt worden sei, was eine Förderung unmöglich mache.
Der Obmann, der viele Mädels für den Fußball begeistern konnte und somit auch wichtige Nachwuchsarbeit leistete, dementiert das: „Ich habe 2021 den ersten Förderungsantrag gestellt. Daraufhin kam keine Rückmeldung.“
Wenn ein Konflikt dazu führt, dass Kinder und Jugendliche ein wertvolles Sportangebot verlieren, ist das eine Entwicklung, die niemand wollen kann.
Arno Arthofer, Landessportdirektor
Kärntner Landessportdirektor Arno Arthofer appelliert an alle Beteiligten. „Es ist an der Zeit, die gegenseitigen Vorwürfe und persönlichen Befindlichkeiten zurückzustellen und auf die Sachebene zurückzukehren.“
Obwohl sich sowohl Kienleitner als auch Markun „unfair behandelt“ fühlen, sind die wahren Leidtragenden alle Kinder und Jugendlichen, die in der „Soccer Girl Academy“ ihr sportliches Zuhause gefunden haben. Denn: Wie Markun vor ein paar Tagen in einer Stellungnahme auf der Vereins-Website bekannt gibt, wird er die „Soccer Girl Academy“ in ihrer bisherigen Form nicht mehr weiterführen. Alle Kurse werden eingestellt. Interessierte können die Anlage künftig nur noch über verschiedene Abo-Modelle nutzen.
Sowohl Markun als auch Kienleitner bedauern das Ende des Vereins und beteuern, dass sie politische und persönliche Differenzen nie in das Vereinsleben bringen wollten. Am Ende ist aber genau das geschehen. Der Sportreferent zeigt sich dennoch gesprächsbereit: „Die Tür der Gemeinde steht offen. Das Gespräch könne auch ohne mich stattfinden.“ Markuns Stellungnahme ist jedoch deutlich: „Ich kann nicht mehr.“ Ein trauriges Ergebnis einer langjährigen Misere.
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