Das beste Abendprogramm in Wien am Mittwoch findet gratis und unter freiem Himmel statt – und es ist nicht vom Kultursommer oder dem Filmfestival am Rathausplatz die Rede: Die Sonne wird zu 89 Prozent verfinstert untergehen. Lesen Sie hier, wie sich das Naturschauspiel am besten genießen lässt.
Das Wichtigste zuerst: Davon, mit zugekniffenen Augen die schmale Sonnensichel am 12. August zu beobachten, ist dringend abzuraten. Ohne zertifizierte Sonnenfinsternis-Brille (mit komplett intakter Folie!) sollte man auch dann nicht in die Sonne schauen, wenn sie sich nun über Wien so verfinstert zeigen wird wie seit 27 Jahren nicht mehr.
Nächste Chance erst in 49 Jahren
Den ungefilterten Blick in die Sonne muss man mit Netzhautschäden büßen, die man erst später bemerkt und ein Leben lang bereut. Im Internet als „Tipps“ vorgeschlagene Behelfsmittel wie CDs, Fotonegative und dergleichen mehr bieten keine Abhilfe. Bastelfreudige können sich allenfalls mit einer selbst hergestellten Camera obscura behelfen. Auch Bildsensoren von Handys können kaputt werden, wenn sie auf die Sonne fokussiert werden.
Auch ohne direkten Blick in die Sonne sollte man sich die Sonnenfinsternis allerdings nicht entgehen lassen – allein schon, weil man auf die nächste vergleichbare Verdunkelung der Sonne in unseren Breiten bis zum 13. Juli 2075 warten muss. Die nächste totale Sonnenfinsternis über Österreich findet überhaupt erst am 3. September 2081 statt. Dementsprechend viele Veranstaltungen widmen sich dem jetzigen Ereignis, auch wenn viele – etwa jene auf der Terrasse der Urania – schon jetzt ausreserviert sind.
Doppel-Angebot für astronomische Feinspitze
Die Sterngucker der Volkshochschulen treffen sich aber auch am linken Donauufer auf der Höhe der Reichsbrücke zum Sonnenfinsternis-Schauen. Wer früh kommt, sollte dort auch noch einen kostenlosen Solar Viewer ergattern. Auch im Donauturm gibt es zum Eintritt bis 19 Uhr gratis Sichthilfen, so lange der Vorrat reicht. Die Optiker-Kette Wutscher hat in kleineren Filialen noch ein paar Sonnenfinsternis-Brillen um 3 Euro lagernd, von denen ein Euro an die Organisation Wings for Life gespendet wird.
Allgemein bieten sich aber Wiens höher gelegenen Freiflächen mit gutem Blick gen Westen für das Erleben der Sonnenfinsternis an – etwa die Steinhofgründe und die Jubiläumswarte mit der Gegend rundherum. Dass man dort wohl nicht allein sein wird, könnte den Vorteil haben, dass man sich vielleicht kurz die Sonnenfinsternis-Brille des Nachbarn ausborgen darf. Astronomische Feinspitze sollten den Maurer Georgenberg aufsuchen: Durch die für Wien geringere Lichtverschmutzung dort könnte man nach dem Untergang der Sonne noch Sternschnuppen des Perseiden-Schauers sehen.
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