


Dieses Motoren-Spektakel in Reingers (Niederösterreich) sorgt für Öko-Empörung! Wenn am 28. August in der kleinen Ortschaft im hohen Waldviertel die Motoren aufheulen, geht es nicht um landwirtschaftliche Arbeit, sondern um einen Wettbewerb der besonderen Art: das 22. Internationale 24-Stunden-Traktorrennen.
Rund 90 bis 100 speziell aufgemotzte Traktoren befahren eine etwa acht Kilometer lange Rennstrecke durch Wälder und Felder – und das 24 Stunden lang ohne Unterbrechung. Gewertet wird, wer am Ende die meisten Runden geschafft hat. Die Maschinen erreichen je nach Klasse Geschwindigkeiten von bis zu 70 km/h. Entsprechend groß sind Lärm, Abgase sowie die Staub- und Schmutzentwicklung.
Mitten durch unberührte Natur
Die Strecke führt vom Start direkt in Reingers dann mitten durch unberührte Natur. „Das Waldviertel leidet unter außergewöhnlicher Trockenheit, es herrscht Alarmstufe Rot wegen der Waldbrandgefahr. Dieses Event findet am falschen Platz und zur denkbar ungünstigsten Zeit statt“, empört sich ein Anrainer.



Mehr als 12.000 Liter Diesel
„In früheren Jahren sollen mehr als 12.000 Liter Diesel verbraucht worden sein. Weil heuer erstmals vier Tage geknattert wird, ist mit noch mehr fossiler Verschwendung zu rechnen“, kritisiert ein anderer Nachbar. Was ihn noch wurmt: „Immer wieder wurde Wasser auf die Rennstrecke aufgebracht, um die Staubentwicklung zu reduzieren. Vermutlich muss auch heuer gespritzt werden.“
Wir fahren auf asphaltierten Wegen und Schotterstraßen, keineswegs aber über Felder und Wiesen. Von der Bezirkshauptmannschaft gibt es grünes Licht.
Herbert Scherzer, Obmann Traktorclub
Schonendes Fahren einmal im Jahr
Das will Vizebürgermeister und „Traktorclub“-Obmann Herbert Scherzer so nicht stehen lassen: „Wir haben alle nötigen Bewilligungen und alles im Vorfeld sorgfältig abgewogen. Hinzu kommt, dass es bei uns viel geregnet hat. Wir fahren so schonend wie möglich und das nur einmal im Jahr.“
Frage der Notwendigkeit stelle sich
Feurige Kritik entzündet sich nach dem Rallycross-Event am Fuglau-Ring nahe des Stifts Altenburg auch in der Waldviertler Ortschaft Limberg im Bezirk Hollabrunn. Dort handelt es sich aber um ein reines Hobbyrennen. Damit es nicht staubt wie in der Wüste muss unter anderem aus einem Teich kostbares Nass entnommen werden. „Dabei ist der Wasserspiegel ohnehin extrem gesunken“, gibt Ortsvorsteher Franz Steinschaden zu bedenken. Er wolle niemandem den Spaß verderben, doch die Frage der Notwendigkeit stelle sich schon.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.