„Klare Maßstäbe“

Benko-Villa als Luxushotel? Das sagt die Stadt

Tirol
07.08.2026 15:00

Wie geht es mit der Villa des Milliarden-Pleitiers René Benko in Innsbruck-Igls weiter? Zuletzt machten Gerüchte die Runde, dass aus dem prächtigen Anwesen ein Luxushotel werden könnte. Doch würde das überhaupt so einfach gehen? Die Stadt Innsbruck nahm jetzt dazu Stellung.

Wird das extravagante Anwesen des weiterhin in U-Haft befindlichen Signa-Gründers René Benko schon bald ein Luxushotel? Diesbezügliche Gerüchte gingen zuletzt durch den medialen Blätterwald. Demnach sollen mehrere Verwertungsoptionen vonseiten der Insolvenzverwaltung geprüft werden. Darunter eben auch eine mögliche touristische Nutzung.

Blick auf den Flächenwidmungsplan
Doch ginge das so einfach? „Die auch als ,Benko-Villa‘ bekannte Liegenschaft am Viller Steig 2 ist im rechtskräftigen Flächenwidmungsplan gemäß § 38 Abs. 1 des Tiroler Raumordnungsgesetzes (TROG) als reines Wohngebiet gewidmet. Eine Hotelnutzung ist auf Grundlage dieser Widmung nicht zulässig“, heißt es dazu vonseiten der Stadt Innsbruck.

Eine touristische Nutzung würde daher „ein konkretes Projekt sowie ein Widmungsverfahren mit abschließendem Beschluss des Innsbrucker Gemeinderats“ voraussetzen. Je nach Art und Größe eines möglichen Vorhabens wären zudem die geeignete Widmungskategorie nach dem Tiroler Raumordnungsgesetz sowie die erforderlichen gewerbe- und betriebsanlagenrechtlichen Genehmigungen zu prüfen, heißt es weiter.

Außerdem würden für das Grundstück vertragliche Verpflichtungen zum Erhalt des Baumbestandes bestehen, die bei einer allfälligen Projektentwicklung zu berücksichtigen wären.

Zitat Icon

Die Stadtplanung ist offen für einen konstruktiven Dialog. Eine mögliche Widmungsänderung lässt sich aber erst anhand eines konkreten Projekts seriös prüfen.

Stadträtin Janine Bex

Derzeit liegt kein Projekt vor
Aktuell würde für die Liegenschaft in Innsbruck-Igls aber weder ein Ansuchen noch ein konkretes Projekt für eine Umnutzung als Beherbergungsbetrieb vorliegen, betonte die Stadt am Freitag. Grundsätzlich sei man aber „offen für qualitätsvolle Entwicklungen“. Im Fall würde man „entsprechende Vorhaben anhand klarer Kriterien“ prüfen.

Voraussetzung sei dabei „ein nachvollziehbarer Mehrwert für Igls und seine Bevölkerung.“ Sollte ein Projekt eingereicht werden, sind „dessen Qualität, die Auswirkungen auf den Standort sowie der konkrete Nutzen für den Stadtteil maßgeblich“, so Stadtplanungsstadträtin Janine Bex (Grüne).

Öffentlicher Mehrwert als Voraussetzung
„Die Besonderheit von Igls liegt in seiner einzigartigen Verbindung aus Natur, Erholung und hoher Lebensqualität. Deshalb ist für mich nicht entscheidend, wer eine Liegenschaft besitzt, sondern welchen Beitrag ein Projekt für den Ort leistet. Unser Ziel sind Nutzungen, die Igls als lebendigen und lebenswerten Stadtteil stärken, seine Identität bewahren und langfristig einen Mehrwert für die Bevölkerung und die gesamte Vitalregion schaffen“, so Bex.

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