Aktuelle Trockenperiode hat auch bei den steirischen Trinkwasserreserven Spuren hinterlassen. Die Versorgung ist jedoch sichergestellt. In der Südsteiermark hat man vorsichtshalber aber bereits die Notwasserleitung angezapft.
Die Hundstage machen in diesem Jahr ihrem Namen alle Ehre. Bekanntlich wird so schon seit dem römischen Imperium (in Anlehnung an den Aufgang des Sirius, eben des Hundsstern) der trockenste und heißeste Zeitraum des Jahres zwischen 23. Juli und 23. August bezeichnet. Und heuer hält eben eine alles lähmende Rekord-Hitze-Welle Österreich in ihren schwitzigen Klauen. Daran kann auch die für Freitag angekündigte „Abkühlung“ nichts ändern – und der in der Obersteiermark bereits am Donnerstag einsetzende Niederschlag ist nur der wortwörtliche Tropfen auf dem heißen Stein.
Im Juli fielen in der Steiermark, je nach Region, laut Geosphere Austria nur 30 bis 70 Prozent der sonst üblichen Regenmenge. Besonders im Süden und Südwesten des Landes haben Messstationen in den letzten 14 Tagen keinen Tropfen Niederschlag aufgezeichnet – etwa in Kitzeck oder auf der Schirchleralm in Bad Schwanberg.
„Auch bei uns liegt der Grundwasserkörper aktuell 10 bis 15 Zentimeter unter dem eigentlichen Durchschnittswert“, sagt Franz Krainer, langjähriger Geschäftsführer von der Leibnitzerfeld Wasserversorgungs GmbH. Rund 80.000 Einwohner in 29 Gemeinden werden von ihren insgesamt zwölf Brunnen versorgt. „Der Wasserspiegel ist noch nicht extrem niedrig, aber doch schon sehr stark abweichend von der Norm“, stellt Krainer klar.
Deshalb wird seit Beginn dieser Woche sicherheitshalber auch die Notwasserleitung IG Plabutsch, die den Wasseraustausch zwischen der Ober- und Südsteiermark ermöglicht, angezapft. Immerhin zwölf Liter pro Sekunde werden so ins südsteirische Wassernetz eingespeist. „Vom Verbrauch her bewegen wir uns doch im Spitzenbereich, deshalb haben wir das vorsorglich veranlasst.“
Graz investiert Millionen in Wasserversorgung
Besonders gefordert ist dieser Tage auch die Wasserwirtschaft der Holding Graz – immerhin hat sie ein knapp 1500 Kilometer langes Wassernetz, das mehr als 300.000 Bewohner versorgt, zu betreuen. Stolze 1080 Liter Wasser werden in der Landeshauptstadt pro Sekunde verbraucht – das sind pro Tag mehr als 93.300 Kubikmeter! „Aktuell gibt es keine Probleme mit der Trinkwasserversorgung“, stellt Holding-Sprecher Gerald Zaczek-Pichler klar. Allerdings mahnt er zu einem sorgsamen Umgang mit dem flüssigen Lebenselixier – und das gilt übrigens für die gesamte Steiermark.
Weil der Verbrauch in Graz parallel zur Einwohnerzahl künftig steigt, wird gerade das Wasserwerk Feldkirchen umfassend saniert und die Transportleitung von dort in die Stadt auf einer Gesamtlänge von 6,8 Kilometern erneuert. Bis 2028 fließen stolze 27 Millionen Euro in dieses Projekt.
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