Mit Einigkeit vorbei

Wie Europäische Union die Landeskoalition spaltet

Niederösterreich
07.08.2026 11:00

In erstaunlichem Gleichklang funktioniert bisher die schwarz-blaue Landeskoalition in NÖ. Doch im kommenden Jahr wird wohl der Wahlkampf für 2028 ausbrechen. Die Parteiprofile werden bereit geschärft. Und alles, was aus Brüssel kommt, sehen Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) und Udo Landbauer (FPÖ) nicht durch die gleiche Brille.

Die EU-Mitgliedschaft zahlt sich für Niederösterreich aus!“ Johanna Mikl-Leitner berechnet den Wert der Europäischen Union für das weite Land in harten Euro. 189 Millionen Euro an Beitragszahlungen aus St. Pölten standen im Vorjahr 605 Millionen Euro an Geldflüssen aus Brüssel gegenüber: „Das ergibt einen positiven Saldo von 415 Millionen Euro“, freut sich die ÖVP-Landeschefin.

Millionen für Landwirtschaft
Zwar kommen gerade vom schwarzen Bauernbund etwa beim Freihandel auch kritische Töne zur EU, aber Geld aus Europa ist auch bei den niederösterreichischen Agrariern gern gesehen – immerhin 511 Millionen der 605 Millionen Euro kamen vergangenes Jahr der Landwirtschaft sowie der ländlichen Entwicklung zugute.

Tiefes FPÖ-Misstrauen
Auf einer Linie mit dem Bauernbund – vor allem bei Freihandel und der Renaturierung – sieht sich die FPÖ. Doch sitzt beim Koalitionspartner in der Landesregierung das Misstrauen gegen die Union viel tiefer als bei den ÖVP-Bauern. „Die EU scheitert seit Jahren bei wesentlichen Aufgaben“, wettert Udo Landbauer.

Wohlstand in Gefahr
Mit dem „Eskalationskurs in der Ukraine-Frage“ und dem Green Deal schade Brüssel der heimischen Wirtschaft und damit dem Wohlstand in Niederösterreich, ist der FPÖ-Landesparteichef überzeugt. Dass Österreich und Niederösterreich „ein Teil der EU sind“, nimmt Landbauer zwar zur Kenntnis: „Aber wir müssen nicht immer als erste die Hand heben, wenn eine neue Blödheit aus Brüssel kommt.“

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