Der oberösterreichische Faserhersteller Lenzing hat im ersten Halbjahr weniger Umsatz, aber mehr Gewinn erzielt. Der Umsatzrückgang war dem Zurückfahren der Faserproduktion und niedrigeren Erlösen aus dem externen Zellstoffgeschäft geschuldet.
Das Unternehmen richtet sich derzeit strategisch neu aus, dafür wird die Faserproduktion im Burgenland bis Ende 2026 eingestellt. In England läuft sie 2027 aus. Weltweit gehen in Folge rund 2000 Jobs bei Lenzing verloren – die „Krone“ berichtete.
Der Umsatz der Lenzing im ersten Halbjahr fiel auf rund 1,27 Milliarden Euro, nach 1,34 Milliarden Euro in der Vorjahresperiode. Der Gewinn nach Steuern verbesserte sich dagegen dank positiver Effekte aus Fremdwährungsbewertungen und dank eines verbesserten Finanzerfolgs von 15,2 Millionen auf 35,6 Millionen Euro. Damit ist der Faserhersteller – zumindest vorerst – heuer wieder auf Gewinnkurs. Denn seit 2022 schreibt das börsennotierte Unternehmen durchgehend Verluste, im Vorjahr lag das Minus bei 135 Millionen Euro.
Insgesamt sei das Marktumfeld von volatilen Energie- und Rohstoffpreisen, einer gedämpften Nachfrage und einem stärkeren Wettbewerb aus Asien geprägt, heißt es vom Unternehmen.
Sparprogramme
Das neue Strategieprogramm namens „Grow Nonwovens, Reset Textiles“ ist darauf ausgerichtet, das Nonwovens-Geschäft auszubauen und im Textilgeschäft auf Premium-Marktsegmente wie Tencel zu setzen. Auch das Zellstoff- und Bioraffineriegeschäft soll weiter gestärkt werden. Damit soll das Unternehmen profitabler und resilienter werden. Gleichzeitig zieht sich der Konzern aus dem Geschäft mit Standardfasern für Textilanwendungen zurück. Im Geschäftsjahr 2025 seien durch Effizienzmaßnahmen bereits über 200 Millionen Euro eingespart worden. Weitere 120 Millionen Euro sollen bis Ende 2027 ergebniswirksam werden. Es ist bereits das dritte Sparprogramm, das sich die Lenzing seit 2022 verordnet hat.
Ausblick
Mittelfristig peilt Lenzing wieder ein Umsatzwachstum und eine Steigerung des Ergebnis vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von 150 Millionen Euro an. Die Ergebnis-Marge soll zwischen 20 und 25 Prozent liegen. Im Halbjahr 2026 lag das EBITDA bei 239,2 Mio. Euro (Halbjahr 2025: 268,6 Mio. Euro), die Marge lag bei 18,9 Prozent.
Im Hinblick auf die neue Strategie will Lenzing Produktionskapazitäten von Textilfasern auf Nonwovens-Fasern umstellen und neue, innovative Fasern für das Segment entwickeln. Das Produktportfolio soll vor allem im Hygiene-Segment ausgeweitet werden.
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